Zurück zur Startseite
Zurück zur Startseite

Veranstaltungen, Aktivitäten, Einladungen

Bürgerforum Euro in Gefahr
Was Europa tut. Stellen Sie Ihre Fragen! Diskutieren Sie mit!

15. Mai 2012, 19:00 Uhr, Herzogkeller, Hindenburgstraße 9, 95445 Bayreuth

Diskutieren Sie mit Politikern, Experten und anderen Bürgern, und gestalten Sie so die Europapolitik mit!

Podiumsteilnehmer:
Emilia Müller, Bayerische Staatsministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten
Dr. Jens Bastian, EU-Taskforce für Griechenland
Dr. Henning Arp, Leiter der Vertretung der Europäischen Kommission in München

Moderation: Frank Ebert, Redaktionsleiter von TV Oberfranken

Um Anmeldung bis zum 07.05.2012 wird gebeten.
europa@stk.bayern.de oder Tel. 089 2165 2642 oder Fax 089 2165 3642

V.i.S.d.P. Dr. Henning Arp, Europäische Kommission, Erhardtstr. 27, 80469 München

So war’s: „Geschäftserfolg in Russland – Strategie, Routine oder Abenteuer?“

Präsident Medwedjew hat vor nicht allzu langer Zeit eine „Modernisierungsoffensive Russland“ verkündet, um das Land weg von einem reinen Rohstofflieferanten hin zu einem modernen Industriestaat zu entwickeln. Ausländische Wirtschaftsdelegationen geben sich in Moskau die Klinke in die Hand, um sich über interessante Projekte zu informieren.

Welche Möglichkeiten haben oberfränkische Unternehmen, sich an dieser Umgestaltung zu beteiligen? Wo liegen die Chancen und welche Risiken birgt der riesige russische Markt? Wo liegen die Fallstricke in der Zusammenarbeit mit russischen Partnern? Über diese und viele weitere Fragen informierten und diskutierten oberfränkische Unternehmer am 23. März in Bamberg mit Experten, die „Enterprise Europe Network“ gemeinsam mit dem Bereich International der IHK für Oberfranken nach Bamberg eingeladen hatte.

Chancen in den Regionen nutzen

Edda Wolf, Russland-Expertin der Germany Trade&Invest GmbH aus Bonn, machte in ihren Ausführungen auf eine in der Öffentlichkeit eher weniger wahrgenommene Tendenz aufmerksam: die wachsenden Attraktivität der russischen Regionen. Insbesondere Sibirien sei der Wachstumsmarkt der Zukunft. Die Verantwortlichen entwickelten viele interessante Projekte, um die alten Monostrukturen aufzubrechen und neue, technologieorientierte Industrien anzusiedeln.

In den Bereichen energieeffizientes Bauen, Materialeffizienz, Abfallmanagement und –recycling, Maschinen und Ausrüstungen, Hightech-Medizin und Schulung von Krankenhauspersonal, Energietechnik, Holzbe-/verarbeitung und Sicherheitstechnik lägen besonders gute Chancen für deutsches Know-How und deutsche Produkte und Dienstleistungen. Zwar haben Wirtschaftskrise, Dürre und Brände die Wirtschaftsentwicklung zurückgeworfen und auch die asiatische Konkurrenz sei weiter auf dem Vormarsch, aber die vorhandenen Chancen für deutsche Unternehmen sind gut, würden aber durch diese zu wenig genutzt. Ihr Rat an die Anwesenden: Suchen Sie sich zuverlässige Partner in den Regionen, seien sie präsent auf den geeigneten Messen vor Ort und haben Sie Geduld bei der Anbahnung von Geschäften.

Das Russland-Geschäft braucht zuverlässige Partner und Geduld

Über die boomende Region Twer im ‚Nordwesten von Moskau und seine mehr als 20jährigen Erfahrungen beim Aufbau von Industrieanlagen für russische Unternehmen in Russland berichtete Danny Rames (s. Foto) aus Luxemburg. Für ihn waren die ersten Jahre auf dem russischen Markt ein wirkliches Abenteuer. Geholfen haben ihm zuverlässige Partner und Netzwerke, sich in der rigiden russischen Bürokratie und der unübersichtlichen Gesetzgebung zurecht zu finden. Er warnte die Anwesenden ausdrücklich davor, sich auf Korruption und Bestechungsversuche einzulassen, denn „wer den kleinen Finger gibt bekommt bald den ganzen Arm abgehackt“. Dem schloss sich Rechtsanwalt Hans Joachim Nothelfer an, der nachdrücklich darauf aufmerksam machte, dass Korruption durch die russischen Polizei- und Steuerbehörden gnadenlos verfolgt werde. Es gehe in jedem Fall auf ehrliche Weise, dauere aber vielleicht ein wenig länger.

Sehr interessierten sich die anwesenden Unternehmer auch für die streng hierarchischen Strukturen in den russischen Unternehmen. Wer nicht mit dem tatsächlichen Chef verhandle habe seine Zeit sinnlos vertan, so seine Erfahrung.

Vertragsverhandlungen sind kein „Russisches Roulette“

Die spannenden Ausführungen von Rechtsanwalt Hans Joachim Nothelfer zur Vertragsgestaltung mit russischen Geschäftspartnern, gespickt mit langjährigen praktischen Erfahrungen vor Ort und mancher zum Nachdenken anregenden Anekdote, fanden die ungeteilte Aufmerksamkeit der interessierten Zuhörer. Vertragsgestaltung in Russland sei kein „russisches Roulette“- so sei Routine schädlich, Fachberatung absolut notwendig. Denn was nach deutschem Rechtsverständnis eindeutig sei ist es nach russischem Recht, obwohl dieses eng an das deutsche HGB angelehnt ist, noch lange nicht. Die Prüfung der Vertretungsbefugnis und die Art der Abfassung schriftlicher Vollmachten seien nur zwei von vielen Details bei Vertragsverhandlungen, die deutschen Unternehmen oft größere Probleme im Russlandgeschäft bereiteten.

Umfangreicher Service der Russischen IHK in Deutschland für Unternehmen

Dr. Sergej Nikitin, der Leiter der Repräsentanz der IHK der Russischen Förderation in Deutschland, war mit seinen Kollegen Alla V. Golichkova und Juri I. Tschernikov extra aus Berlin gekommen, um den anwesenden Unternehmen die umfassenden Dienstleistungen der Russischen IHK für ausländische Unternehmen vorzustellen. Dazu gehört die Akkreditierung ausländischer Firmenrepräsentanzen ebenso wie die Möglichkeit, Geschäftsvisa mit einer Laufzeit von 1 bis 5 Jahren in einem vereinfachten Verfahren zu erhalten. Diesen Service kannten die wenigsten der anwesenden Unternehmer. Weitere Informationen dazu gibt es auf der Webseite www.hik-russland.de

Chancen sind größer als die Risiken

Einig waren sich alle Experten mit den anwesenden Unternehmen an diesem Vormittag in Bamberg: Die Chancen auf dem russischen Markt sind größer als die Risiken, ein planvolles Vorgehen ein Muss, Routine schädlich und etwas Abenteuer darf dabei sein.

Viele der Teilnehmer nutzten nach der Veranstaltung die Chance, im individuellen Gespräch mit den Experten das Gehörte zu vertiefen oder sich in der „Enterprise Europe Network Business Lounge“ über Kooperationsgesuche russischer Unternehmen zu informieren.

Informationsmaterialien über die boomenden russischen Regionen Twer und Tomsk sowie weitere Informationen zur Veranstaltung erhalten Sie in der IHK in Bayreuth von Cornelia Kern, Tel.: 0921 886-152, E-Mail: kern@bayreuth.ihk.de

So kommen Sie in Tschechien an Ihr Geld - Workshop in Marktredwitz gab Tipps

Kennen Sie das?

Sie haben mit einem Kunden in Tschechien „eine Rechnung offen“. Dieser will aus den verschiedensten Gründen nicht zahlen. Was können Sie tun?

Tipps und Hinweise dazu, wie man durch eine effektive Vertragsgestaltung das Entstehen offener Forderungen vermeiden, Forderungen managen und offene Forderungen in Tschechien eintreiben kann, bekamen interessierte Unternehmer am 13. Juli 2011
in einem Praxisworkshop.

Eingeladen hatten das „Enterprise Europe Network“ an der IHK für Oberfranken Bayreuth und die Handwerkskammer für Oberfranken dazu in das Ost-West-Kompetenzzentrum nach Marktredwitz.

Vorher Solvenz des Geschäftspartners prüfen

Zdena Noack, Inhaberin der Prager Anwaltskanzlei noack & partner mit jahrelangen Erfahrungen im deutsch-tschechischen Geschäftsverkehr, betonte vor den interessierten Zuhörern die Notwendigkeit, sich vor Geschäftsabschluss über den tschechischen Partner/Kunden zu informieren. In Tschechien war im Vorjahr zwar die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen rückläufig, jedoch stieg die Zahl der Privatinsolvenzen stark an. Der durchschnittliche Zahlungsverzug bei einer durchschnittlich vereinbarten Fälligkeit von 36 Tagen betrug 12 Tage. Informationen seien, anders als in Deutschland, in einschlägigen Datenbanken für jedermann öffentlich zugänglich und ließen nützliche Rückschlüsse auf den Partner zu.

Verträge sinnvoll gestalten

Eine rege Diskussion entspann sich zum Thema Vertragsgestaltung mit tschechischen Geschäftspartnern. Als Fazit konnten die Teilnehmer mit nach Hause nehmen: Verträge schriftlich abschließen, die Vertragsparteien sowie die Leistung und Gegenleistung möglichst exakt beschreiben, die Verträge übersichtlich und verständlich gestalten, Rechtswahl und Gerichtsstandvereinbarung beachten, Sicherungsinstrumente (z.B. Eigentumsvorbehalt), Vertragsstrafe und Schadensersatz und die gültige Sprachfassung vereinbaren.

Vertragsänderungen sollten grundsätzlich nur im Einvernehmen beider Parteien und in der gleichen Form wie im Grundvertrag vorgenommen werden.

Wichtige Unterschiede im tschechischen Recht beachten

Die Referentin betonte auch einige wichtige Unterschiede im tschechischen Vertragsrecht.
Beispielsweise sollte vor Vertragsabschluss im Handelsregister geprüft werden, wer unterzeichnungsberechtigt ist, d.h. die Vertretungsvollmacht besitzt. So sei es in Tschechien nicht üblich, dass ein Prokurist wie ein Geschäftsführer für eine Firma handeln darf. Auch müssen Verträge immer mit der Muttergesellschaft abgeschlossen werden. Sind die Firmenangaben (HR-Nummer, Steuernummer) unkorrekt kann im Streitfall das Gericht den Vertrag als nichtig betrachten. Da es im Gegensatz zu Deutschland in Tschechien keine rechtliche Regelung gäbe, die dem Schuldner die Auslagen für die außergerichtliche Eintreibung von Forderungen zuweise, sollte auch hier eine Vereinbarung getroffen werden.

Offene Forderungen eintreiben

Ist es trotz aller Vorausschau doch passiert und der Kunde zahlt nicht, dann gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, doch noch zu seinem Geld zu kommen.

In jedem Fall, so der Rat von Zdena Noack, sollt jedoch vorher geprüft werden, ob der Schuldner die Rechnung überhaupt erhalten hat. Schriftliche Mahnungen und persönliche Telefonate sollten immer das erste Mittel der Wahl sein. Einen Tipp hatte sie für die Teilnehmer: Den säumigen Zahler in den Mahnungen auf die ihm entstehenden Folgekosten hinweisen, falls er nicht zahlt. Auch sollten dem Schuldner „Brücken gebaut“, Lösungen angeboten werden. Beispielsweise sei ein schriftliches Schuldanerkenntnis in Form eines notariellen Protokolls und die Vereinbarung eines Ratenkalenders durchaus eine erfolgreiche Methode.

Inkassounternehmen prüfen

Führt auch das nicht zu Ziel, dann kann über eine außergerichtliche Eintreibung nachgedacht werden. Eine Vielzahl von privaten Inkassounternehmen böten dafür ihre Dienste an. Aber Vorsicht – nicht jedes sei seriös. Deshalb sollten immer Referenzen eingeholt, die Erfahrungen und Methoden der Eintreibung überprüft und die Preiskonditionen verglichen werden. Nicht unbedingt üblich sei in Tschechien ein ständiger Informationsfluss zum Mandanten. Deshalb solle darauf besonderer Wert gelegt werden.

Gerichtliche Forderungseintreibung als letztes Mittel

Nutzen alle anderen Möglichkeiten nichts, dann muss Klage vor dem für den Wohn- oder Unternehmenssitz des Beklagten zuständigen Kreisgericht oder bei einem Streitwert über 100.000 CZK (ca. 4100 EUR) beim zuständigen Bezirksgericht eingereicht werden.

Es gibt die Möglichkeit eines beschleunigten Verfahrens. Damit kann ein Zahlungsbefehl, ein elektronischer Zahlungsbefehl, ein europäischer Zahlungsbefehl oder eine Wechselklage erwirkt werden. In der Regel sind diese innerhalb von 15 Tagen, beim europäischen Zahlungsbefehl innerhalb von 30 Tagen, vollstreckbar. Verkürzte Verfahren werden schneller entschieden und verursachen geringere Kosten. Die tschechischen Gerichte, so die Referentin, verfügten inzwischen über ausreichend Erfahrungen auf diesem Gebiet. Jedoch sollten vorhandene regionale Unterschiede bei der Bearbeitung berücksichtigt
werden.

Nach einer sehr angeregten Diskussion und einem interessanten Erfahrungsaustausch nahmen die Unternehmer ein Motto von Zdena Noack zur Zusammenarbeit mit tschechischen Partnern mit nach Hause: „Seien Sie flexibel, fair, individuellen Lösungen gegenüber aufgeschlossen und pfiffiger als Ihr Partner.“

    
Erfahrungen über die Zusammenarbeit mit tschechischen Geschäftspartnern tauschten am Rande des Tschechien-Workshops aus (v.l.n.r.): Frank Wunderlich, Viessmann Kältetechnik AG/Hof; Rechtsanwältin Zdena Noack/ Prag; Gerhard Travnicek, IBC Solar s.r.o./Prag und Cornelia Kern, IHK für Oberfranken Bayreuth/Enterprise Europe Network

Hier können Sie sich über tschechische Geschäftspartner informieren:

Handelsregister
Enthält Angaben über das Unternehmen, Geschäftsberichte und Jahresabschlüsse, soweit sie von den Unternehmen bereits hinterlegt sind, und Informationen über Insolvenzen
Gewerberegister
Insolvenzregister
Enthält Informationen über Insolvenzen und Fristen für die Anmeldung von Forderungen
Zentralregister der Zwangsvollstreckungen
Enthält Angaben über die Anzahl der Zwangsvollstreckungen inkl. Datum und Höhe. Der Zugang ist kostenpflichtig.

Hier erfahren Sie mehr über das Europäische Mahnverfahren:

http://europa.eu

In Deutschland wird das Europäische Mahnverfahren für alle deutschen Amtsgerichte zentral beim Amtsgericht Wedding bearbeitet.

Auf der Webseite http://www.berlin.de/sen/justiz/gerichte/ag/wedd/eumav.de.html finden Sie eine viele interessante Informationen zu diesem neuen Mahnverfahren, das seit Dezember 2008 angewandt werden kann.

Wie profitieren Unternehmen von der IHK?

Tomáš Metz ist Präsident der RWK Sokolov und berichtet über Europa.

Unternehmensdatenbank für Bayern

Firmendaten im Internet

IHK-Jahresthema 2012