IHK für Oberfranken Bayreuth

Corona-Virus: Wie ist mit Lohnersatzleistungen steuerlich umzugehen?

Nachfolgend erhalten Sie einen Kurzüberblick wie Lohnersatzleistungen aufgrund des Corona-Virus steuerrechtlich zu behandeln sind.
Steuerfreiheit von Lohnersatzleistungen
Kurzarbeitergeld ist gemäß § 3 Nr. 2a EStG steuerfrei. Eine Entschädigung bei Beschäftigungsverbot aufgrund des Infektionsschutzgesetzes ist gemäß § 3 Nr. 25 EStG steuerfrei.
Ein Lohnsteuer-Jahresausgleich ist bei den betreffenden Arbeitnehmern nicht vorzunehmen. Die Lohnersatzleistungen werden im Lohnkonto des Arbeitnehmers erfasst und als solche (unter Nr. 15) in der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung ausgewiesen. Das Kurzarbeitergeld wird auf der jährlichen Lohnsteuerbescheinigung des Arbeitnehmers aufgeführt.
Folge: Erhöhung des individuellen Steuersatzes
Die steuerfreien Lohnersatzleistungen wirken sich beim betreffenden Arbeitnehmer erhöhend auf den individuellen Einkommensteuersatz aus. Grund hierfür ist, dass im Rahmen der Ermittlung des individuellen Steuersatzes die Lohnersatzleistungen als fiktives Einkommen hinzugerechnet werden.
Insgesamt bleibt es daher bei der Steuerfreiheit der Lohnersatzleistungen. Für das Übrige Einkommen (also insbesondere Lohn- und Gehaltszahlungen) des betreffenden Arbeitnehmers, gilt aber ein höherer Steuersatz. Es ist daher nicht auszuschließen, dass es zu Steuernachzahlungen kommt.
Hinweis
In der derzeitigen Situation werden von vielen Arbeitgebern zur Abwehr der Pandemie besondere Maßnahmen wie gesteigerter Hygieneschutz oder Untersuchungen angeordnet.
Diese liegen im überwiegend betrieblichen Interesse des Arbeitgebers und sind daher kein zu versteuernder Arbeitslohn.
Stand: März 2020