16.10.2019

Zukunft Schiene

Wirtschaftskammern machen sich für den Ausbau der Schienenverbindungen stark

 

Spitzenvertreter von acht Wirtschaftskammern aus Oberfranken, Tschechien, Mittelfranken und Südwestsachsen sind in Marktredwitz zusammengekommen, um ein deutliches Bekenntnis für ein herausragendes Verkehrsinfrastrukturprojekt abzugeben. Im historischen Rathaus in Marktredwitz wurde eine Resolution unterschrieben, die den Ausbau und die Elektrifizierung der Bahnverbindung von Nürnberg über Marktredwitz nach Prag, aber auch über Hof nach Chemnitz und Dresden fordert. "Ich freue mich sehr, dass es heute zu diesem eindrucksvollen Schulterschluss kommt", so IHK-Präsidentin Sonja Weigand.
Leistungsfähige Verkehrswege und eine funktionierende Logistik sind nach Ansicht der Präsidentin Erfolgsfaktoren für die Wirtschaft und somit wesentliche Voraussetzungen für den Wohlstand in Europa. Das gelte insbesondere für ein gut ausgebautes Schienennetz für den Güter- und Personenverkehr. Die Realität aber sehe anders aus. "Oberfranken ist in weiten Teilen von elektrifizierten Schienenverbindungen abgeschnitten und eine der letzten Dieselinseln in Bayern. Das gilt vor allem für die Verbindungen von Nürnberg über Marktredwitz nach Prag sowie von Nürnberg nach Sachsen. Es gilt aber auch für die Oberfrankenachse und die Anbindung der Stadt Bayreuth", betonte Weigand. 
Während die Strecke Prag- Pilsen- Cheb auf tschechischer Seite bereits elektrifiziert sei, sei das Projekt in Bayern über Vorplanungen und Planungen nicht hinaus gekommen. Die Voraussetzungen für den reibungslosen Schienengüterverkehr und Fernverkehr von und nach Osteuropa und damit die Anbindung an die "Neue Seidenstraße" seien derzeit nicht gegeben.
In ihrer Resolution fordern die Wirtschaftskammern die Politik in Bund und Land mit Nachdruck auf, die Planungszeiten für das Projekt zu minimieren, die Vorplanungen zügig abzuschließen und die Ausführungsplanungen vordringlich zu beginnen. Zudem müsse man den Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke Nürnberg- Marktredwitz- Cheb mit höchster Priorität umsetzen und dafür die Finanzmittel bereitstellen, um die Elektrifizierungslücke zwischen Prag und Nürnberg über Marktredwitz zu schließen. Synergien ergäben sich dadurch auf bayerisch- sächsischer Seite für die Realisierung der "Franken- Sachsen- Magistrale", die eine elektrifizierte zweigleisige Anbindung der Stadt Bayreuth beinhalten müsse und auch beim Ausbau des S-Bahn-Verkehrs im Großraum Nürnberg.
"Ein zögerliches ‚Weiter so‘, bei dem es – wie in den letzten 20 Jahren -  de facto aber nicht weiter geht, bremst die Entwicklung und das Zusammenwachsen des Wirtschaftsraumes und bringt der Wirtschaft vor Ort gar nichts“, so IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner.
Unterzeichnet wurde die Resolution von den Handwerkskammer für Oberfranken, der Handwerkskammer für Mittelfranken, der IHK Nürnberg für Mittelfranken, der IHK für Oberfranken Bayreuth, der Wirtschaftskammer des Karlsbader Bezirks, der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer in Prag, der IHK Chemnitz und der Handwerkskammer Chemnitz. Die Resolution wollen die Kammern nun der Bahn, den regionalen Abgeordneten sowie den zuständigen Verkehrsministern zukommen lassen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer will man die Resolution bei einem Termin in Berlin persönlich überreichen.
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