Zurück zur Startseite
Zurück zur Startseite
Home> International> E-Commerce in China

Nur einen Klick entfernt?! - E-Commerce in China

In China, der sowohl größten Exportnation als auch zweitgrößten Importnation der Welt, verzeichnet der Onlinehandel große Zuwächse, denn auch im Reich der Mitte haben die Menschen weniger Zeit zum Einkaufen und Online-Shopping wird immer einfacher. Online-Händler aus Deutschland können mit „Made in Germany“ punkten, wenn sie die chinesischen Spielregeln anwenden.

E-Commerce in China / Chinesische Konsumenten

Von rund 1,2 Milliarden Chinesen haben rund die Hälfte Zugang zum Internet und wiederum mehr als die Hälfte von ihnen kauft mindestens einmal im Jahr online ein. Für das Jahr 2015 wird ein Umsatz im E-Commerce-Einzelhandel von 562,66 Milliarden US-Dollar erwartet. Im Jahr 2018 erwarten Experten sogar mehr als 1.000 Milliarden US-Dollar.

Chinas größter Online-Handelskonzern „Alibaba“ (vergleichbar mit Amazon) generiert bereits heute ein Umsatzvolumen von 7 Milliarden Euro, Tendenz steigend. Alibaba beherrscht mit ca. 600 Millionen Nutzern derzeit rund 80 Prozent des chinesischen Online-Handels. Zum Konzern gehören unter anderen die Plattformen Taobao und Tmall. Chinas zweitgrößter E-Commerce-Anbieter ist JD.com. (Quelle: Statista)

Für Online-Händler klingen diese Zahlen und Aussichten verlockend, jedoch kommt es – wie auch beim klassischen Markteintritt - darauf an, Marktpotentiale und Risiken gründlich zu untersuchen und die chinesischen Besonderheiten beim Aufbau des Onlineangebotes zu berücksichtigen.

Eine eigene Plattform?

Onlinehändler können ihre Waren über die großen Anbieter wie Taobao oder Tmall anbieten und profitieren dabei von der großen Reichweite der etablierten Onlineshops. Zugleich müssen sie sich den Vorgaben des Konzerns anpassen (Verkaufspreise, Gebühren, Layout und vieles mehr sind hier streng vorgegeben). Entschliessen sich Händler, eine eigene E-Commerce-Plattform zu erstellen, ist diese den chinesischen Regeln anzupassen. Dabei sind Anpassungen in der Nutzerführung, der grafische Gestaltung der Website, dem Aufbau von Abfrageformularen für Lieferadressen, dem Auslogg-Vorgang, der Einbindung von sozialen Netzwerken und bei der Wahl von Zahlungsmethoden und Logistikanbietern notwendig.

Verbreitete Zahlungssysteme

Zu den bekanntesten Anbietern elektronischer Zahlungssysteme zählen Alipay (90% Marktanteil), Chinapay und Tenpay. Diese arbeiten mit allen großen chinesischen Banken zusammen. Bei den Konsumenten beliebt sind darüber hinaus die sogenannten „Cash-on-Delivery“-Anbieter, da man die Bestellung vor der Bezahlung auspacken und testen kann. Diese Zahlungsoption bringt jedoch auch eine höhere Retourenquote mit sich. Alipay bietet für internationale Händler eine besonderen Service bei grenzüberschreitenden Zahlungen. Der Kunde bezahlt in China in der lokalen Währung Yuan, Händler senden die Ware und erhalten über Alipay die Einnahmen in der von ihnen gewünschten Währung, z.B. Euro oder USD.

Soziale Netzwerke

Soziale Plattformen und Empfehlungsmarketing spielen in China eine sehr große Rolle. Aufgrund der unübersichtlich erscheinenden Masse an Anbietern setzen Konsumenten verstärkt auf Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis. Anders als in Deutschland, wo Netzwerke wie facebook, xing, linkedin eine wichtige Rolle spielen, sind in China besonders die Plattformen Sina Weibo, Renren, Tencent, Douban oder Wechat relevant.

Logistik

Für die Warenlieferungen nach China müssen Lieferkosten, Zoll und gegebenenfalls Steuern für den Export im Vorfeld gründlich recherchiert werden. Fast alle deutschen Logistikfirmen bieten hierzu Beratung an. Für China-erfahrene Exporteure kann sich die direkte Beauftragung chinesischer Anbieter lohnen, da diese teilweise preisgünstiger anbieten können. Bei der Abfrage der Lieferadresse sollte zudem auch gleich der Stadtteil des Empfängers abgefragt werden. Das Namensfeld muss nicht in Vorname und Nachname geteilt werden und statt einer separaten Liefer- und Rechnungsadresse sollte eine chinesischen formelle Rechnung angeboten werden.

Etablierte ERP- und CRM-Systeme und unabhängige Plattformen (wie zum Beispiel Magento, Oxid, hybris, Demandware, Drupal Commerce etc.) erleichtern Unternehmen die Anbindung der eigenen Produkte, Lagerbestände, Kundendaten etc. an den chinesischen Onlineshop.

Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Shopping in China folgt anderen Terminen, zu denen die Käufer bewusst auf die Rabattangebote im Internet warten. Was in Deutschland als Faschingsbeginn bekannt ist und zelebriert wird, ist in China der Tag der Singles. Mit Onlinespecials wurden am 11.11.2014 Waren im Wert von 9,3 Mrd. US$ allein über die Plattformen Tmall und Taobao vertrieben.

Hosting und SEO

Falls Sie einen eigenen Online-Shop in China aufbauen wollen, bietet sich ein dort regionaler Hostingprovider an. Eine Website, die außerhalb des Ziellandes betrieben wird, verzeichnet oftmals sehr lange Ladezeiten und (chinesische) Konsumenten werden bereits ab wenigen Sekunden ungeduldig. Auch die technischen Bewertungssysteme, wie beispielsweise der Algorithmus von Suchmaschinen, belohnen schnelle Ladezeiten und regionale Angebote.

Produkte für den chinesischen Markt sollten über Suchmaschinen wie Baidu auffindbar sein, denn anders als in Europa hat Google in China lediglich einen Marktanteil von ca. 10%. Empfehlenswert für das SEO sind zudem „sprechende“ URLs aus chinesischen statt lateinischen Schriftzeichen.

Quellen: gtai, Statista

Kontakte

German Industry and Commerce Ltd. | http://www.china.ahk.de | http://www.hongkong.ahk.de
China Chain Store & Franchise Association | http://www.ccfa.org.cn
China General Chamber of Commerce | http://www.cgcc.org.cn
Hong Kong Trade Development Council | http://www.hktdc.com/
Alibaba (China) Co., Ltd | http://www.alibaba.com

Ansprechpartner

Cornelia Kern

Cornelia Kern


Stv. Leiterin Bereich International
Leiterin Referat EU-Fragen / Kooperationsprogramme
Leiterin Projekt Enterprise Europe Network (EEN)
Katrin Taepke

Katrin Taepke


Bereich International
Leiterin Referat Außenwirtschaftsveranstaltungen
Geschäftsführerin IHK-Gremium Kronach
Kreisgeschäftsführerin Wirtschaftsjunioren Kronach