Zurück zur Startseite
Zurück zur Startseite

Veranstaltungen, Aktivitäten, Einladungen

Wie das bayerische Enterprise Europe Network Unternehmen unterstützt – Elf Erfolgsgeschichten

Kleine und mittlere Unternehmen erhalten durch das Enterprise Europe Network vielfältige Unterstützung bei der Anwendung von Regelungen im EU-Binnenmarkt, bei der Suche nach internationalen Partnern für die Erschließung neuer Märkte, für Technologietransfer, Forschung und Entwicklung. Außerdem informieren die zehn Partner des bayerischen Konsortiums über europäische Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten für Innovation und Internationalisierung und übermitteln per kurzem Draht Probleme, die Unternehmen im EU-Binnenmarkt haben, direkt nach Brüssel.

Diese Broschüre zeigt, wie bayerische Unternehmen das Netzwerk nutzen:

4,5 MB
Mehr erfahren Sie auch hier: http://www.een-bayern.de/een/inhalte/startseite.html

„Zum Nutzen des EU-Binnenmarktes für die bayerische Wirtschaft“ – neue BIHK-Studie

Im Auftrag des BIHK hat Prof. Gabriel Felbermayr (LMU München und ifo Institut) diese Umfrage durchgeführt. Die Bedeutung Europas für die bayerischen Exporte ist ungebrochen und wird auch in Zukunft nahe 60 Prozent liegen, so ein Ergebnis der Studie.

Bayerisches Konsortium im Enterprise Europe Network zieht erfolgreiche Bilanz

Seit Gründung des weltweit größten Beratungsnetzwerkes für kleine und mittlere Unternehmen im Jahr 2008 unterstützt die IHK für Oberfranken Bayreuth gemeinsam mit neun weiteren bayerischen Partnern bayerische Unternehmen dabei, den EU-Binnenmarkt zu nutzen, um ihre Innovationskraft zu stärken und den Weg auf internationale Märkte zu finden. Dafür arbeiten sie in einem lebendigen Netzwerk mit den unterschiedlichsten Partnern aus mehr als 50 Ländern zusammen.

Das bayerische Konsortium hat nun die Bilanz seiner Arbeit in den Jahren 2015 und 2016 gezogen:

  • 6600 Teilnehmer informierten sich in mehr als 180 Veranstaltungen über den EU-Binnenmarkt,

  • mehr als 2500 Unternehmen nutzten die intensive Unterstützung bei der Erschließung neuer Märkte, der Erweiterung ihres Innovationspotenzials oder bei der Antragstellung in EU-Förderprogrammen,

  • 122 Unternehmen wurden motiviert, sich an Konsultationen und Panels zum Abbau bürokratischer Hürden im EU-Binnenmarkt zu beteiligen,

  • nahezu 300 Unternehmen führten mehr als 1200 b2b-Gespräche auf 55 organisierten Kooperationstreffen und Delegationsbesuchen.

  • mehr als 60 Projektmitarbeiter in Bayern arbeiteten dafür als „one-stop-shop" in einem Konsortium eng zusammen.

„Bau- und Montageleistungen in der EU/Schweiz“ – Erfolgreicher Infotag am 11. Oktober 2016 in Bamberg

Immer häufiger sind Montage- und andere Dienstleistungen Bestandteil von Lieferverträgen mit internationalen Kunden. Für Unternehmen, die solche Leistungen, auch kurzfristige, erbringen, ist eine gute Vorbereitung wichtig. Denn selbst in der EU sind unterschiedliche Anforderungen zu erfüllen. Die EU-Entsenderichtlinie wird in den einzelnen Mitgliedsstaaten unterschiedlich umgesetzt. Das betrifft Meldepflichten ebenso wie zu erbringende Nachweise. Und für die Schweiz als Drittland gelten besondere, kantonal unterschiedliche, Bestimmungen für Mindestlohn, Meldepflichten und Kautionen. Verstöße werden mit hohen Bußgeldern oder Maßnahmen wie Ausschluss von Vergabeverfahren geahndet.

Um interessierte Unternehmer zu informieren, führten die IHK für Oberfranken Bayreuth, die IHK Schwaben und die Bayern Handwerk International GmbH als bayerische Partner im Enterprise Europe Network gemeinsam am 11. Oktober in Bamberg den Infotag „Bau- und Montageleistungen in der EU/Schweiz“ durch. Nach der Begrüßung durch Cornelia Kern, stellv. Leiterin des Bereich International und Projektleiterin, die die speziellen Dienstleistungen des Enterprise Europe Network vorstellte, informierte Elke Hehl, IHK Schwaben, über den geplanten „Dienstleistungskompass Bayern“. Dieser soll die umfangreich in unterschiedlichsten Quellen vorhandenen Informationen bündeln und in kurzer, leicht verständlicher Form in einem Informationsportal darstellen. Die Idee fand große Zustimmung bei den Teilnehmern.

In kurzen Workshops erhielten die Teilnehmer die wichtigsten Informationen zu den Regelungen für die Erbringung von Dienstleistungen in Frankreich, Österreich, Spanien, Tschechien sowie der Schweiz und ergänzend allgemein zu steuer- und arbeitsrechtlichen Aspekten einer Entsendung.

Dieses neue Veranstaltungs-Angebot nutzen viele Unternehmer auch zu individuellen Beratungsgesprächen mit den Experten Karin Mai und Günter Wagner von BHI, Elke Hehl und Rechtsanwältin Christina Neugirg von KPMG. Und ein reger Erfahrungsaustausch half einigen Teilnehmern, pragmatische Lösungen für ihre Vorhaben zu finden.
Es ist geplant, im kommenden Jahr einen ähnlichen Infotag für Großbritannien, BeNeLux und weitere EU-Mitgliedstaaten durchzuführen.

Vieles zum Thema Dienstleistungsexport ist im Netz zu finden. Das Außenwirtschaftsportal Bayern www.auwi-bayern.de enthält länderspezifische Informationen.
Die Bundesregierung informiert über ihr Portal 21 (www.portal21.de) vor allem über reglementierte Berufe in den EU-Mitgliedstaaten.
Die gtai bietet mit ihrer ständig erweiterten Reihe „Dienstleistungen erbringen in …“ vielfältige rechtliche Hinweise vor allem für Drittländer: www.gtai.de

Das Europäische Webportal youreurope enthält Basisinformationen: http://europa.eu/

Zudem bieten die Deutschen Auslandshandelskammern für Unternehmen neben Merkblättern auch umfangreiche Dienstleistungen an, die bis zur Übernahme von Meldeverfahren reichen: www.ahk.de

Elektronische Informationen können jedoch die individuelle Unterstützung bei der Lösung von firmenspezifischen Problemen nicht ersetzen. Sprechen Sie Ihre IHK/HWK oder Ihren regionalen Partner im Enterprise Europe Network an. Diese helfen Ihnen gern weiter.

Über die Vorschriften zur Erbringung von Dienstleistungen in Österreich und der Schweiz ließen sich Veronika und Michel Reiß von der W.E.T. GmbH aus Kasendorf von Karin Mai (re.), Bayern Handwerk International GmbH, ausführlich beraten.

Bei öffentlichen Ausschreibungen punkten – Informationsveranstaltung am 12. 10.2016

Wie beteilige ich mich erfolgreich als Bieter an öffentlichen Ausschreibungen oder wie vergebe ich Aufträge richtig? Antworten auf diese Fragen lieferte ausführlich und praxisnah eine Veranstaltung der IHK für Oberfranken Bayreuth in Kooperation mit dem Enterprise Europe Network, dessen Partner auch das Auftragsberatungszentrum Bayern e.V. (ABZ) ist.

Anna Schlange-Schöningen, Projektleiterin im ABZ, informierte die Teilnehmer umfassend über das seit April 2016 geltende neue EU-Vergaberecht für öffentliche Aufträge und Konzessionen oberhalb der Schwellenwerte.

Die EU-Vergaberichtlinien wurden in deutsches Recht umgesetzt. Die Folge ist eine völlig neue Struktur des Vergaberechts. Nach Wegfall der VOL/A-EG und der VOF finden sich die neuen Regelungen nun im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) und in der Vergabeverordnung (VgV). Die Reform trägt dazu bei, die Vergabeverfahren in Europa zu vereinheitlichen und nicht zuletzt durch Digitalisierung zu beschleunigen. Auch die Vergabe von Konzessionen bei Liefer- und Dienstleistungen fällt nun unter das Vergaberecht. Beispiele hierfür sind Parkhäuser und Mautstraßen.

Hervorzuheben ist die neue Funktion der Vorinformation (§ 38 VgV). Hierbei handelt es sich um die frühzeitige Information von interessierten Unternehmen über eine geplante Ausschreibung. Für die Firmen gilt es hier zu reagieren: Nur die, die Interesse bekunden, bleiben im Verfahren. Eine weitere Ausschreibung erfolgt nicht.

Zudem kann nun auch im Rahmen einer Innovationspartnerschaft (§119 Abs. 1 GWB, §18 VgV) ausgeschrieben werden. Die Innovationspartnerschaft ist ein Verfahren zur Entwicklung innovativer, noch nicht auf dem Markt verfügbarer Liefer-, Bau- oder Dienstleistungen mit anschließendem Erwerb der daraus hervorgehenden Leistungen. Nach einem Teilnahmewettbewerb verhandelt der öffentliche Auftraggeber dabei in mehreren Phasen mit den ausgewählten Unternehmen über die Erst- und Folgeangebote.

Über Möglichkeiten zur Beteiligung an europäischen Ausschreibungen berät das Team des Auftragsberatungszentrums in München gern auch im persönlichen Gespräch:

Polen – ein interessanter Partner für Forschung und Innovation?

Die Bereiche International und Innovation.Unternehmensförderung der IHK organisierten im Rahmen ihrer Aktivitäten im Enterprise Europe Network am 27. Oktober 2016 eine Informationsveranstaltung, die sich intensiver mit der Entwicklung des Potenzials für Forschung und Innovation in Polen befasste. Diese fand im Kompetenzzentrum Neue Materialien in Bayreuth-Wolfsbach statt.

Iwona Makowiecka, Leiterin des Regionalbüros Breslau der AHK Polen, informierte über die aktuelle wirtschaftliche Lage in Polen. Das Land hat in den letzten Jahren einen rasanten Wechsel vollzogen und gehört zu den industriestärksten Volkswirtschaften der EU. Viele junge Unternehmen haben sich gegründet und gestalten diese Entwicklung mit. Branchen wie die KfZ-Zulieferindustrie, Elektromobilität und Luft- und Raumfahrt entwickeln sich auch dank ausländischer Investitionen stark. Die polnische Regierung hat ein noch relativ niedriges Innovationsniveau bei den polnischen KMU erkannt und will bis 2020 den Anteil an Fördermitteln für F/E auf 2% des BIP steigern. Eine Reihe von Förderprogrammen steht dafür zur Verfügung. Aber sie verschwieg nicht, dass ein erheblicher Mangel an Fachkräften in allen Regionen Polens das Wachstum von Investitionen und Innovationen behindert und nach wie vor Unsicherheiten bei den politischen Rahmenbedingungen bestehen. Auch die Bearbeitung von Förderanträgen erfolgt nicht immer effektiv.

Przemyslaw Hałub, Mitarbeiter im Breslauer Forschungszentrum EIT+, stellte diese staatlich geförderte Einrichtung vor. Rund 150 Mitarbeiter befassen sich dort, ausgerüstet mit bester Technologie und in Zusammenarbeit mit Universitäten mit Fachgebieten wie Bio- und Nanotechnologie oder Composits. Angegliedert ist ein Gründerzentrum für innovative start-ups. Um EIT+ herum entwickelt die Stadt Breslau ein innovationsorientiertes Gewerbegebiet.

Prof. Dr. Detlef Hommel, Bereichsleiter Nanostrukturen im EIT+, bot den teilnehmenden oberfränkischen Unternehmen und Vertretern von Forschungseinrichtungen die Zusammenarbeit an. Interessant für oberfränkische Unternehmen könnte vor allem sein, das hochmotivierte wissenschaftliche Personal ebenso wie die modernen Laboreinrichtungen für eigene Projekte zu nutzen.

Die Teilnehmer nutzen die Gelegenheit zum intensiven Austausch mit den Referenten und unter einander. Außerdem konnten Sie während eines Rundgangs im Kompetenzzentrum einen Einblick in neue Forschungsprojekte im Bereich der Materialwissenschaften gewinnen.

Gestalteten gemeinsam die Informationsveranstaltung „Polen – ein interessanter Partner für Forschung und Innovation“: (v.li.n.re.) Klaus Smolik, Cornelia Kern, Dr. Dominik Erhard, alle IHK für Oberfranken Bayreuth; Przemyslaw Hałub, EIT+; Iwona Makowiecka, AHK Polen; Prof. Dr. Detlef Hommel, EIT+ und Dr. Ruslan Logvinov, Neue Materialien Bayreuth GmbH.

Die Veranstaltung „Polen - ein interessanter Partner für Forschung und Innovation“ nutzen oberfränkische Unternehmer und Referenten zu einem intensiven Meinungsaustausch.

Russland - strategische Chancen trotz Wirtschaftskrise – EEN informierte am 2. Juni 2016

Aktuelle Entwicklungen und Möglichkeiten, die der große russische Markt deutschen Unternehmen auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten bietet, standen im Mittelpunkt eines Ländernachmittags am 2. Juni 2016 in Bayreuth. Dieser wurde gemeinsam vom Bereich International der IHK und dem Enterprise Europe Network durchgeführt.

Katharina Schöne, Repräsentantin der Deutsch-Russischen IHK, riet denjenigen Unternehmern, die bereits in Russland aktiv sind, dort „zu überwintern“. Die Prognosen seien zumindest für die Jahre ab 2018 leicht positiv. Die Rahmenbedingungen auf dem russischen Markt haben sich, so auch die Ergebnisse der regelmäßigen AHK-Umfragen, wesentlich gebessert. Das Steuersystem wurde radikal reformiert und die Gerichte arbeiten berechenbarer. Die Regionen bieten potenziellen Investoren eine Reihe von Vergünstigungen. Es soll mehr Industrieproduktion aufgebaut und alte Anlagen müssen dringend erneuert werden. Deutsches Know-how ist dafür nach wie vor sehr gefragt. Deutsche Unternehmen nutzen diese Möglichkeiten überwiegend über den Aufbau von eigenen Tochterfirmen. Und es sei derzeit auch einfacher, Vertriebspartner zu finden, denn es habe ein Umdenken stattgefunden und Entscheider seien gesprächsbereiter geworden. Sie ermunterte interessierte Unternehmer, die Zurückhaltung anderer zu nutzen und jetzt den Markteinstieg zu planen.

Eine große Rolle spielte in der Diskussion die Auswahl der „richtigen“ Geschäftspartner. So riet Tatars Derkatsch von Beiten Burkhardt dringend dazu, auch vor dem Hintergrund der geltenden Sanktionen, entsprechende Angebote gründlich zu prüfen. Beispielsweise sind Handelsregisterauszüge im Internet frei zugänglich. Wichtig sei nach wie vor der persönliche Kontakt zu dem Partner vor Ort. Und russischsprachige Mitarbeiter in Deutschland seien ein Muss, denn eine englische Kommunikation sei selten erfolgreich.

Uwe Bierfreund von der M&M Militzer & Münch International Holding AG bestätigte, dass, bedingt durch die Eurasische Zollunion, die Grenzabfertigung inzwischen wesentlich effektiver ablaufe und sich Standzeiten stark verringert haben. Er wies auch darauf hin, dass eine gründliche Vorbereitung auf den Export von Waren nach Russland erforderlich sei.

Marco Paul von der Euler Hermes AG stellte die unterschiedlichen Möglichkeiten der Absicherung von Russland-Geschäften vor. Absicherung von Finanzierungen sei nur bei Investitionsgütern derzeit ein Thema. Das bestätigte auch Michael Handke von der Commerzbank AG. Der Zahlungsverkehr mit Russland laufe ganz normal.

Über Absicherungsmöglichkeiten des Bundes für Auslandsgeschäfte können Sie sich hier informieren: www.agaportal.de.
Weitere Informationen zum Russlandgeschäft bietet Ihnen diese Webseite: www.gtai.de.

Unter dem Motto „Die wirtschaftliche Krise in Russland als strategische Chance nutzen: Markteinstieg und Marktbearbeitung“ diskutierten gemeinsam mit oberfränkischen Unternehmen über ihre Erfahrungen auf dem russischen Markt: (v.li.n.re):
Katharina Schöne, Repräsentantin der Deutsch-Russischen IHK in Deutschland; Michael Handke, Fachbetreuer Trade Services, Commerzbank AG; Marco Paul, Regionalleiter Vertrieb Süd- und Ostdeutschland, Euler Hermes AG; Cornelia Kern, stellv. Bereichsleiterin International und EEN-Projektmanagerin, IHK für Oberfranken Bayreuth; Uwe Bierfreund, Leiter der Niederlassung Stockstadt, M&M Militzer & Münch International Holding AG und Taras Derkatsch, Senior Associate, Beiten Burkhardt Moskau.

EEN-Konsortium Bayern traf sich im Februar 2016 in Bayreuth

Zu einem Arbeitstreffen kamen am 25. Februar 2016 Vertreter aller zehn Mitglieder des bayerischen EEN-Konsortiums Bavaria2Europe nach Bayreuth. Sie wurden herzlich begrüßt von IHK-Hauptgeschäftsführerin Christi Degen.

Diese betonte in ihrem Grußwort die große Bedeutung eines offenen EU-Binnenmarktes für die oberfränkische Exportwirtschaft und den Nutzen solcher europäischer Netzwerke wie des Enterprise Europe Networks. Sie würdigte die umfassende Unterstützung, die die bayerischen EEN-Konsorten gemeinsam mit den anderen Netzwerkpartnern Unternehmen bieten können, die ihre internationalen Geschäftsbeziehungen ausbauen wollen.

Die Teilnehmer tauschten sich während des Treffens über die im vergangenen Jahr erreichten Ergebnisse sowie die Arbeitsplanung für die kommende Projektperiode 2017-2018 aus. Sie diskutierten über die Neugestaltung der Webseite und über ein erweitertes Dienstleistungsangebot. Dazu gehört seit dem vergangenen Jahr auch die Information und Beratung nicht nur zu EU-Förderinstrumenten, sondern auch über den Zugang zu weiteren Finanzierungsquellen. Darüber informierte in einem speziellen Training als Experte Rüdiger Laß, Leiter des LfA-Förderstützpunktes Hof. In einer regen Diskussion, zu der auch Christian Damm, ehemaliger langjährige Existenzgründerberater der IHK für Oberfranken Bayreuth praktische Erfahrungen beitrug, wurden vor allem Anregungen für die Intensivierung der Information von Unternehmen über die vorhandenen Finanzierungsinstrumente besprochen.

„Der EU-Binnenmarkt zwischen Ambition und Realität“ – EEN Bayern diskutierte in Brüssel über grenzüberschreitende Dienstleistungen

Ende Oktober 2015 hat die EU-Kommission ihre neue Binnenmarktstrategie für die kommenden Jahre veröffentlicht. Seit 1992 wurde Vieles erreicht, aber Unternehmen müssen nach wie vor viele Hürden überwinden, wenn sie grenzüberschreitend Dienstleistungen erbringen wollen. Aufwändige Entsendeverfahren, Steuerdschungel, Zulassungsverfahren für bestimmte Berufe sind nur einige der Ärgernisse.

Deshalb organisierte das EEN-Konsortium Bayern in Zusammenarbeit mit der Bayerischen EU-Vertretung am 12. November 2015 in Brüssel eine Diskussionsveranstaltung mit Vertretern der EU-Kommission und des Europaparlaments.

Unternehmerin Ursula Schwarzer, Geschäftsführerin der Sky-Skan Europe GmbH aus Seeshaupt, schilderte sehr anschaulich, mit welchen Hürden ihr 7-Mann-Unternehmen zu kämpfen hat, um europaweit ihre vertraglichen Verpflichtungen zum Bau und zur Wartung von Spezial-Planetarien erfüllen zu können. Sie wünschte sich vor allem abgestimmte Verfahren und eine Möglichkeit, alle Dokumente elektronisch hinterlegen zu können, so dass die Behörden der jeweiligen Mitgliedstaaten darauf zugreifen können.

Typhaine Beaupérin-Holvoet von Eurochambres stellte fest, dass in einer Umfrage mehr als 80 Prozent der befragten Unternehmen die Komplexität der staatlichen Regelungen sowie das Fehlen von leicht verständlichen Informationen zu diesen bemängelte. Außerdem wünschten sich die Unternehmen eine Möglichkeit, die Anmeldeprozesse europaweit einheitlich online abwickeln zu können.

Dr. Manfred Gößl, stellv. Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, schrieb der EU-Kommission ins Stammbuch, mit ihren Planungen nicht der Realität voraus zu eilen, sondern gezielt Schwerpunkte abzuarbeiten, bis Lösungen gefunden sind.

Jürgen Tiedje von der EU-Kommission, GD GROW, informierte, dass geplant ist, bis zum Jahresende alle regulierten Berufe auf Harmonisierbarkeit oder verbesserte gegenseitige Anerkennung zu prüfen. Zudem arbeitet die Kommission an einem elektronischen Binnenmarkt-Archiv, in dem relevante Dokumente der Unternehmen hinterlegt werden können und einem Informationsportal. Und es ist ein elektronischer „Dienstleistungs-Pass“ geplant, der als App bei Entsendungen mitgeführt werden kann.

© Philippe Veldeman, Brüssel

Über Hürden für grenzüberschreitende Dienstleistungen im EU-Binnenmarkt diskutierten in der EU-Vertretung des Freistaates Bayern in Brüssel (v.li.n.re.)
Typhaine Beaupérin-Holvoet, EUROCHAMBRES; Dr. Manfred Gößl, IHK für München und Oberbayern; Ursula Schwarzer, Sky-Skan Europe GmbH; Markus Stock, WKÖ/EU-Büro Brüssel; MdEP Dr. Paul Rübig, Österreich und Jürgen Tiedje, EU-Kommission, DG GROW.

„TTIP – Neue Möglichkeiten für KMU?“ – Bayerische IHKs und EEN diskutierten in Brüssel

Am 26. Februar 2015 fand in der Bayerischen Landesvertretung in Brüssel eine Veranstaltung mit dem Titel „The Transatlantic Trade and Investment Partnership (TTIP) – new business opportunities for SMEs“ statt. Organisiert wurde diese gemeinsam vom Bayrischen Industrie- und Handelskammertag (BIHK) und dem EU-Büro der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), unterstützt vom DIHK, von Eurochambres, der EU-Kommission und dem Enterprise Europe Network.

Eingeladen waren Spitzenvertreter aus Wirtschaft, Medien und Politik. Die mehr als 200 Teilnehmer verfolgten interessiert die Diskussion über Chancen, die TTIP für Europas Mittelstand bietet.

Die Mehrheit der Teilnehmer war sich darin einig, dass die jetzt bestehende einmalige Gelegenheit, gemeinsam mit den USA Standards für den Welthandel zu setzen, genutzt werden müsse. Vertreter der Wirtschaftskammern betonten zudem, dass der internationale Handel ein wichtiger Wachstumsmotor gerade für kleine und mittelgroße Unternehmen sei, denn diese sind innovativer, produktiver, damit meist wettbewerbsfähiger und sicherten zudem viele Arbeitsplätze.

Die Diskussion machte aber auch deutlich, dass KMU, bedingt durch ihre geringere Größe und begrenzten finanziellen Mittel, von belastenden Regularien überproportional betroffen sind. Es sei daher, so die Unternehmensvertreter, besonders wichtig, dass KMU ein einfacher und transparenter Zugang zu Informationen über regulatorische Anforderungen, die bei Export- und Investitionstätigkeiten berücksichtigt werden müssen, gewährt wird. Darüber hinaus müssten diese Anforderungen einfach und leicht verständlich sein, denn KMU verfügen oft nicht über die nötige Expertise, um sich mit den entsprechenden Vorschriften auseinanderzusetzen. KMU würden darüber hinaus verstärkt vom Abbau weiterer nicht-tarifärer Handelshemmnisse (unterschiedliche Normen und Standards, Doppelzertifizierungen) sowie einer Absenkung der Zölle profitieren.

Begrüßt wurde daher von den Teilnehmern, dass TTIP erstmals ein eigenes „KMU-Kapitel“ enthalten soll. Dies liege auch, so der Vertreter der US-Chamber in Brüssel, im Interesse der US-amerikanischen KMU, die bisher nur wenig international orientiert seien.

Ignacio Garcia Bercero, der EU-Verhandlungsführer bei TTIP, nahm sich viel Zeit, um mit den anwesenden Vertretern der Wirtschaft über die Anliegen der europäischen kleinen und mittleren Unternehmen zu diskutieren, denn in den demnächst stattfindenden weiteren Verhandlungsrunden mit den USA zu TTIP werde auch über dieses „KMU-Kapitel“ zu sprechen sein.

Weitere ausführliche Informationen zu TTIP finden Sie auch in Deutsch auf dieser speziellen Webseite der EU-Kommission: http://ec.europa.eu/trade/policy/in-focus/ttip/index_de.htm
sowie hier: https://www.bayreuth.ihk.de/TTIP-Interview.htm

Wichtiger Produktionsstandort und attraktiver Markt für deutsche Unternehmen – Erstmals Unternehmerfrühstück „Türkei“

Am 9. Dezember 2013 luden der Bereich International der IHK für Oberfranken Bayreuth und das „enterprise europe network“ zu einer Länderveranstaltung über die Türkei nach Bayreuth ein.

Oberfranken mit der Türkei eng verbunden

Zwar haben schon etwa 90 oberfränkische Unternehmen Geschäftsbeziehungen zur Türkei, aber „es können gern noch mehr werden“ – so IHK-Präsident Heribert Trunk (r.) zur Eröffnung des „Unternehmerfrühstücks Türkei“ an die Adresse der oberfränkischer Unternehmen, die sich noch mit dem Gedanken tragen, den Weg auf den türkischen Markt zu gehen.
Die Türkei gehörte im 3. Quartal 2013 zu den wichtigsten Handelspartnern Bayerns, stand mit einem Handelsvolumen von 4,03 Mrd. EUR an 16. Stelle, gleich nach Japan und vor der Slowakei und Schweden. Oberfränkische Städte sind türkischen Städten mit Städtepartnerschaften verbunden, so zum Beispiel Bayreuth mit Tekirdag und Kulmbach mit Bursa. Und auch eine ganze Reihe türkischstämmiger Unternehmer sind als IHK-Mitglieder in Oberfranken aktiv.

Schnell wachsende Volkswirtschaft mit Potenzial

Das Nachbarland der EU gehört zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Analysten rechnen mit einem durchschnittlichen Wachstum von 3,5 bis 4 Prozent in den kommenden Jahren. Als sechstgrößter Handelspartner der EU ist das Land am Bosporus ebenso wie durch seine strategische Lage und sein wirtschaftliches Potenzial ein wichtiger Mittler zwischen Europa, dem Nahen Osten und Zentralasien. Seit 1996 bietet die Zollunion zwischen der EU und der Türkei Handelserleichterungen für beide Seiten. Mit 76 Millionen Einwohnern ist das Land der größte Markt in Südosteuropa und steht im internationalen Ranking des Investitionsklimas in vielen Belangen besser da als die benachbarten EU-Länder Bulgarien und Rumänien.

Frank Kaiser, Leiter des Bereichs Markterkundung und Markterschließung der Deutsch-Türkischen IHK, stellte in seinem Eingangsstatement die Chancen für deutsche Unternehmen in der Türkei vor. So sei das Land nicht nur ein wichtiger Produktionsstandort und durch seine entwickelte Unternehmensstruktur attraktiv für den Aufbau lokaler Zulieferketten, sondern mit seiner schnell wachsenden konsumfreudigen und statusorientierten jungen Bevölkerung durchaus auch ein attraktiver Absatzmarkt für hochwertige Konsumgüter. Gute Möglichkeiten für den Ausbau von Geschäftsbeziehungen bestünden auch durch notwendige Erneuerungsinvestitionen im Maschinenbau, durch einen hohen Nachholbedarf in den Bereichen Umwelttechnik und Energieeffizienz und, bedingt durch eine hohe Anzahl von Privatinvestitionen, in der Medizintechnik. Als Tipp gab Kaiser den zahlreichen Teilnehmern auf den Weg, sich bei Investitionen vor Ort eigenes Fachpersonal auszubilden und die unterschiedlichen Unternehmenskulturen zu berücksichtigen.

Attraktive Investitions-förderung

Die türkische Regierung gewährt ausländischen Investoren ebenso wie inländischen Unternehmen eine Reihe von Vergünstigungen, unter anderem Steuererleichterungen, eine an den EU-Programmen orientierte Regional- und Mittelstandsförderung sowie auch Fördergelder für Forschung und Entwicklung oder die Schaffung von Arbeitsplätzen. Vielfältige Sonderwirtschaftszonen bieten zudem für unterschiedliche Branchen attraktive Bedingungen für eine Ansiedlung.
Diese Fördermöglichkeiten stellte Dr. Wolf-Ruthart Born, ehemaliger deutscher Botschafter in der Türkei und Staatssekretär im Auswärtigen Amt a.D., als Repräsentant der direkt dem türkischen Ministerpräsidenten unterstehenden Investitionsförderagentur ISPAT (Investment Support and Promotion Agency of Turkey) vor. Diese arbeitet als „one-stop-shop“ für interessierte ausländische Unternehmen und bietet ihre Dienstleistungen kostenlos an.

Tipps für die Vertragsgestaltung

Zwar gibt es, bedingt durch die langjährigen Assoziationsverhandlungen mit der Türkei, bereits ein an das europäische Recht angelehntes Rechtssystem und EU-Recht ist auch Pflichtfach im türkischen Jurastudium, aber dennoch gibt es einige Unterschiede zu beachten.
Rechtsanwältin Dr. Gökçe Uzar-Schüller, Leiterin des Türkei-Desks der Münchner Anwaltskanzlei Graf von Westphalen, gab in ihrem Vortrag viele nützliche Tipps zu Gestaltungsformen von Verträgen und vertraglichen Klauseln, befasste sich mit Unternehmensgründung, Produkthaftung und Forderungsmanagement.

Der persönliche Kontakt entscheidet

Wie unterschiedlich deutsche und türkische Unternehmer „ticken“, das demonstrierte der deutsch-türkische Rechtsanwalt und Vorstandsvorsitzende des Deutsch-Türkischen Unternehmervereins in der Europäischen Metropolregion Nürnberg e.V. Emre Hizli aus Nürnberg in seiner sehr lebendigen Präsentation. So stehen nicht selten deutscher Pragmatismus und deutsche Gründlichkeit türkischem Stolz, türkischer Geduld und einem gewissen „Showtalent“ gegenüber. Dennoch – wenn nach persönlichen Kontakten ein Geschäft auf Augenhöhe zustande kommt, dann erwarte den deutschen Unternehmer eine nahezu freundschaftliche Beziehung, die auf Vertrauen basiert und langfristig angelegt sei, so Hizli.
Er lud die oberfränkischen Unternehmer ein, im Deutsch-Türkischen Unternehmerverein der Metropolregion mitzuwirken, um diese Vernetzung zwischen deutschen und türkischen Unternehmern zu unterstützen.

Erfahrungsaustausch und Kooperations-möglichkeiten

Im Anschluss an die Fachvorträge ergaben sich bei einem landestypischen Frühstücksbuffet, ausgerichtet von einem Bayreuther türkischen Gastronomen, vielfältige Gelegenheiten zum Erfahrungsaustausch mit den Referenten und zwischen den Unternehmern. Auch das Angebot individueller Beratungsgespräche wurde rege genutzt.

Im „enterprise europe network“ arbeiten eine Vielzahl von türkischen Wirtschaftskammern, Wirtschaftsförderern sowie Universitäten und Forschungseinrichtungen mit. In der Kooperationsdatenbank des Netzwerkes sind viele interessante Kooperationsangebote türkischer Unternehmen und wissenschaftlicher Einrichtungen zu finden, die auf unterschiedlichsten Gebieten Partner in Deutschland suchen. Eine Auswahl solcher Angebote konnten die Teilnehmer des Unternehmerfrühstücks in einer „Business Lounge“ einsehen.

Wissensquellen zur Türkei im Internet:

Informationen zur wirtschaftlichen Entwicklung, zu Branchen, Rechtsfragen und Investitionsförderung:
bei der Deutsch-Türkischen IHK: www.dtr-ihk.de (kostenpflichtig)
auf www.auwi-bayern.de und http://europaservice.dsgv.de (beides kostenlos)
unter www.gtai.de (teilweise kostenpflichtig)
auf der Webseite der ISPAT (staatliche Investitionsförderagentur): http://www.invest.gov.tr/de-DE/Pages/Home.aspx (kostenlos)

Weitere Ansprechpartner:
Deutsch-Türkischer Unternehmerverein in der Europäischen Metropolregion Nürnberg e.V.: www.tiad.de

enterprise europe network:
http://www.bayreuth.ihk.de/International.htm
www.een-bayern.de
http://een.ec.europa.eu

Wir recherchieren gern für Sie in unserer EEN- Kooperationsdatenbank und stellen auf Wunsch auch Ihr Firmenprofil ein. Ihre Ansprechpartnerin ist Cornelia Kern, Tel: 0921 886-152, E-Mail: kern@bayreuth.ihk.de

Bayerische EEN-Partner diskutierten in Brüssel über die Zukunft des Netzwerkes

Am 7. November 2013 trafen sich auf Einladung der Bayerischen IHKs, der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und des Bayerischen EEN-Konsortiums Vertreter der Europäischen Kommission, des Europaparlaments und viele Interessenten in Brüssel zu einer Podiumsdiskussion, um Erfahrungen darüber auszutauschen, wie die Dienstleistungen des „enterprise europe network“ (EEN) weiter verbessert werden können.

Anlass war die nach bisheriger sechsjähriger erfolgreicher Tätigkeit bevorstehende Neuausschreibung des Netzwerkes für die Förderperiode 2015- 2021.

Das „enterprise europe network“ ist mit mehr als 600 Partnerorganisationen in nunmehr bereits 58 Ländern das weltweit größte Beratungsnetzwerk für Unternehmen. Es hat das Ziel, insbesondere kleinere und mittelgroße Unternehmen bei der Internationalisierung im EU-Binnenmarkt und darüber hinaus in Drittstaaten zu unterstützen, europaweiten Technologietransfer zu fördern, Informationen über die EU-Gesetzgebung und Förderprogramme insbesondere für Unternehmen zu vermitteln und die EU-Kommission mittels eines Feedback-Mechanismus direkt über Problem von Unternehmen im Binnenmarkt zu informieren und Lösungen dafür zu suchen.

Mehr als 100 Teilnehmer aus EU-Institutionen, von EEN-Partnern, aus politischen Vertretungen, Kammern, Ministerien und Verbänden in ganz Europa tauschten in der Bayerischen Landesvertretung ihre Erfahrungen aus der Arbeit des Netzwerkes und in der Zusammenarbeit mit diesem aus.

Über die Zukunft des EEN-Netzwerkes diskutierten in der Bayerischen Landesvertretung in Brüssel (v.l.n.r.)
Sebastian Hufnagel/ Büroleitervon MdEP Jürgen Creutzmann (Berichterstatter für das neue KMU-Programm COSME und Vizepräsident der SME Intergroup des Europaparlamentes), Peter Driessen/ Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, die Koordinator des bayerischen EEN-Konsortiums ist; Massimo Baldinato/ Mitglied des Kabinetts von EU-Kommissar Antonio Tajani (GD Unternehmen und Industrie); Moderator Hendrik Kafsack/EU-Korrespondent der FAZ in Brüssel; Dr. Bernd Reichert/ Direktor der Abteilung Forschung und KMU (GD Forschung und Innovation) sowie (nicht im Bild) Prof. Dr. Werner Klaffke/Geschäftsführer der Bayern Innovativ GmbH und Ben Butters/Direktor für EU-Angelegenheiten bei Eurochambres.

Regionale Interessen der Unternehmen stärker berücksichtigen – flexiblere Gestaltungsmöglichkeiten für EEN-Dienstleistungen schaffen

Die Diskussionsteilnehmer regten an, den Netzwerkpartnern flexiblere Gestaltungsmöglichkeiten ihrer Arbeit zu gewähren, um die unterschiedlichen regionalen Bedürfnissen und Interessen der Unternehmen besser berücksichtigen zu können. Eine Konzentration auf die Kernkompetenzen Internationalisierung und Innovation sei ebenso wünschenswert wie eine Entlastung von bürokratischen Auflagen. Auch vereinfachte Strukturen in der EU-Kommission, im EU-Gesetzes- und Förderdschungel könnten dazu beitragen, dass sich die EEN-Partner noch intensiver ihrer eigentlichen Aufgabe, Unternehmen bei der Erhöhung ihrer Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit im EU-Binnenmarkt zu unterstützen, widmen können.

Denn die Mitwirkung im EEN eröffne über das einzigartige Netzwerk von Partnern direkt vor Ort vielfältige grenzüberschreitende, so ein Fazit der auf dem Podium vertretenen EEN-Partner.
Außerdem sei dieser direkte Draht zur EU-Kommission auch für die beteiligten Partner eine wichtige Möglichkeit, ihre Wahrnehmung bei politischen Entscheidungsträgern auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene zu erhöhen und die Interessen der Unternehmer direkt „an der richtigen Stelle“ aktiv mit zu gestalten.

In Bayern sind folgende Partner Mitglieder im EEN:

  • IHK für Oberfranken Bayreuth
  • IHK für München und Oberbayern
  • IHK Schwaben
  • HWK für München und Oberbayern
  • Handwerk International
  • Auftragsberatungszentrum Bayern e.V.
  • Außenwirtschaftszentrum Bayern
  • Bayern Innovativ
  • Bayerische Forschungsallianz
  • TÜV Rheinland (früher LGA Nürnberg)

Mehr zur Arbeit des EEN erfahren Sie auf unseren Webseiten
www.een-bayern.de | www.bayreuth.ihk.de | http://een.ec.europa.eu

Umfangreiche Zivilrechtsreform in Tschechien ab 1. Januar 2014 – IHK informierte

Rechtsanwältin Mgr. Dagmar Junková und Rechtsanwalt Mgr. Aleš Eppinger aus der Prager Niederlassung von Schaffer & Partner informierten die zahlreichen Teilnehmer über die wichtigsten Änderungen.

Zum 1. Januar 2014 gibt es in der Tschechischen Republik die seit den 60er Jahren umfangreichste Reform des Zivilrechts. Ein neues Bürgerliches Gesetzbuch mit mehr als 3000 Paragrafen, das Gesetz über Körperschaften und noch viele neue Gesetze und Durchführungsvorschriften ersetzen 238 bestehende Vorschriften.
Betroffen sind auch alle oberfränkischen Unternehmen, die in Tschechien Tochtergesellschaften haben oder Geschäftsbeziehungen nach Tschechien unterhalten.

Um diese rechtzeitig über die anstehenden Änderungen zu informieren, luden der Bereich International der IHK für Oberfranken Bayreuth und das „enterprise europe network“ am 6. November 2013 zum Workshop „Das neue tschechische Zivilrecht ab 2014 – Was Sie als Unternehmer wissen sollten“ in das Ost-West-Kompetenzzentrum nach Marktredwitz ein.

Neu ist vor allem, dass das Gesetz über Handelsgesellschaften auf dem neuen BGB aufbaut, also beide Gesetze im Zusammenhang betrachtet werden müssen.

Während des Workshops stellten die Unternehmer fest, dass das neue tschechische Zivilrecht in einigen Aspekten Verbesserungen für sie bringt, da es sich am deutschen Rechtssystem orientiert.
Jedoch sollte sich jeder rechtzeitig auf die neuen gesetzlichen Grundlagen einstellen.

Umfangreiche Änderungen, aber auch mehr Gestaltungsspielraum, gibt es zum Beispiel für Gesellschaften mit mehreren Gesellschaftern. Deshalb sollten sich alle betroffene Unternehmen frühzeitig mit eventuell erforderlichen Änderungen der Gesellschaftsverträge befassen, denn diese müssen bis zum 30. Juni 2014 an die neue Situation angepasst werden. Erfolgen die Änderungen nicht rechtzeitig und sind nicht bis zu diesem Stichtag eingetragen und die Urkunden hinterlegt können nach einer Mahnung die im Widerspruch zum neuen HGB stehenden Gesellschaften per Gerichtsbeschluss liquidiert werden.

Wenn in Verträgen tschechisches Recht vereinbart wurde sind auch diese zu überprüfen. Voraussichtlich werden die meisten vertraglichen Regelungen Bestand haben oder können, wenn sich beide Partner einig sind, unkompliziert „geheilt“ werden.

Es wird ein komplett neues Mietrecht geben, was sowohl für Immobilienbesitzer als auch Mieter umfangreiche Änderungen bringen wird. Aber auch bessere Möglichkeiten zur Absicherung von Forderungen bei Lieferanten und Banken bietet diese Rechtsreform.

Sicherlich, darüber waren sich Referenten und Unternehmer einig, wird es für einige Zeit Übergangsprobleme bei der Einführung des neuen Rechts geben. Durchaus noch nicht jeder tschechische Unternehmer habe sich, so Eppinger, mit dem neuen Recht befasst und sei sich der Konsequenzen bewusst. Und auch Berater und Juristen werden eine Zeitlang brauchen, um sich auf die neue Situation einzustellen.

Aber, so betonten die Teilnehmer im anschließenden sehr regen Erfahrungsaustausch, sei es wertvoll, mit diesem Workshop einen Wissensvorsprung für die Zusammenarbeit mit ihren tschechischen Partnern erhalten zu haben.

Sollten sich noch weitere Firmen für diese Thematik interessieren organisieren wir gern bei ausreichend vorhandenem Interesse einen weiteren Workshop. Interessenten dafür melden sich bitte im Bereich International bei Cornelia Kern, Tel.: 0921 886-152, E-Mail: kern@bayreuth.ihk.de

Weitere Informationen:
Eine Übersetzung des „Tschechischen Rechts der Handelsgesellschaften und Genossenschaften 2014“ kann bei der Deutsch-Tschechischen IHK bestellt werden:
http://tschechien.ahk.de/publikationen/uebersetzungen-tschechischer-gesetze/
Eine Liste von Anwaltskanzleien, zusammengestellt von der Deutschen Botschaft in Prag, finden Sie hier: http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Recht-Zoll/Wirtschafts-und-steuerrecht/produkte,did=394806.html
Die Referenten des Workshops können Sie hier erreichen:
E-Mail: info@schaffer-partner.cz / www.schaffer-partner.cz

„Business Lunch Südafrika“ - Unternehmer informierten sich über die Wirtschaftsregion „Südliches Afrika“

In der Sub-Sahara Region gilt Südafrika als erfolgreichstes Land. In diesem Schwellenland ist die Wirtschaft seit Jahren im Aufschwung, das Wachstum soll weiter steigen, wenn auch langsamer als bisher. Für Subsahara-Afrika ist die Republik Südafrika häufig direkter Zulieferer, etwa bei Lebensmitteln, Maschinen und Ausrüstungen. Für deutsche Unternehmen gilt Südafrika als Sprungbrett für Lieferungen und Leistungen in die gesamte Region „Südliches Afrika“.

Bisher steht diese interessante Wirtschaftsregion noch nicht unmittelbar im Blickfeld oberfränkischer Unternehmen. Deshalb lud der Bereich International der IHK für Oberfranken Bayreuth in Zusammenarbeit mit dem „enterprise europe network“ interessierte Unternehmer zum „Business Lunch“ in das Hotel „Rödiger“ nach Bad Staffelstein ein, um von Matthias Boddenberg, Geschäftsführer der Deutschen IHK für das südliche Afrika und Repräsentant des Freistaates Bayern in Südafrika, mehr über die aktuelle wirtschaftliche Lage und die Marktchancen zu erfahren.

IHK-Präsident Heribert Trunk (2.v.r.), selbst in Südafrika unternehmerisch und sozial engagiert, ermutigte in seinem Eröffnungsbeitrag die oberfränkischen Unternehmer, mehr über den eigenen Tellerrand zu schauen und sich auch an nicht so bekannte Märkte zu wagen, denn es sei wichtig für das weitere Wachstum der deutschen Wirtschaft, in allen Kontinenten Chancen zu erkennen und – oft in Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort – zu nutzen. Die IHK verfüge dafür über ein großes Netzwerk an Partnern, das mehr genutzt werden sollte. Er ermutigte die teilnehmenden Unternehmen, sich Südafrika genauer anzusehen, denn dieses Land sei, so seine Erfahrungen, sehr „hungrig, die Menschen wollen vorankommen“.

Das bestätigte auch Matthias Boddenberg aus Sicht der Deutschen IHK für das Südliche Afrika.
Deutschland sei Südafrikas zweitwichtigstes Lieferland und es gibt bereits mehr als 500 Niederlassungen deutscher Unternehmen vor Ort. Gute Absatzchancen bestünden zum Beispiel im Bereich Maschinenbau für die Nahrungsmittel- und Kfz-Produktion, für Bergbau und Landwirtschaft. Auch ein wachsender Bedarf an Umwelttechnik, insbesondere in den Bereichen Wasserversorgung und Recycling, sowie ein wachsendes Interesse für energieeffiziente Produkte sei zu verzeichnen. Eine wachsende Mittelschicht, „Black Diamonds“ genannt, mache inzwischen bereits fast 4 Prozent der Bevölkerung aus und kaufe vorwiegend hochwertige Waren.

Bedingt durch ein ehrgeiziges Infrastrukturprogramm bietet auch dieser Bereich interessante Kooperationsmöglichkeiten. Die EU hat erst kürzlich erneut 100 Mio. Euro für ein „Infrastrukturentwicklungsprogramm Südafrika“ bereitgestellt. Insgesamt will Südafrika bis 2015 mehr als 70 Mrd. € in die Entwicklung seiner Infrastruktur investieren. Diese komme, so Boddenberg, auch den benachbarten Staaten zur Gute. Schnell entwickelten sich in Folge dieses Ausbaus der Infrastruktur auch Shoppingcenter, Schulen und Krankenhäuser, die Ausrüstungen benötigen. Die Marke „Bayern“ erfreue sich großer Beliebtheit und Unternehmen aus Bayern würden mit offenen Armen aufgenommen.

Allerdings, so Boddenberg (M.) weiter, sei die Anspruchshaltung der schnell wachsenden jungen Bevölkerung größer als der Staat sie erfüllen kann. Das führe unweigerlich zu sozialen Konflikten, die den Anspruch der Regierung Südafrikas, ein zuverlässiger Partner für die Weltwirtschaft zu sein, gefährden könnten.

Almuth Dörre (li.), Verbindungsreferentin des BMZ für die Entwicklungszusammenarbeit am Außenwirtschaftszentrum Bayern, kurz „EZ-Scout“ genannt, gab Tipps für Fördermöglichkeiten zu einem unternehmerischen Engagement im südlichen Afrika. Förderfähige Projekte sollten dabei auch einen nachhaltigen entwicklungspolitischen Ansatz enthalten, so ihr Rat.

In einem sich anschließenden sehr regen Erfahrungsaustausch gab Matthias Boddenberg den oberfränkischen Unternehmern noch mit auf den Weg, sich direkt vor Ort , zum Beispiel auf Messen oder bei Delegations- oder Unternehmerreisen, ein Bild zu machen und auch die herrschende Unternehmenskultur kennen zu lernen. Die Deutsche IHK für das Südliche Afrika unterstützt dabei gern mit ihren Dienstleistungen.

Weitere Informationen:
Deutsche IHK für das Südliche Afrika:
Sie betreut auch die Länder Angola, Botswana, Demokratische Republik Kongo, Lesotho, Seychellen, Malawi, Mauritius, Mosambique, Namibia, Swaziland, Tansania und Simbabwe. Hauptsitz: Johannesburg, Regionalbüros in Kapstadt und Durban www.germanchamber.co.za
EZ-Scout beim Außenwirtschaftszentrum Bayern: Almuth Dörre, Verbindungsreferentin Entwicklungszusammenarbeit Tel.: 0911 23886 46, E-Mail: almuth.doerre@awz-bayern.de / www.auwi-bayern.de/ezUmfangreiche Länderinformationen: www.gtai.de
Fördermöglichkeiten für die Entwicklungszusammenarbeit: www.developpp.de
Deutsche Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH: http://www.giz.de/
EUROPEAID - Webseite der EU-Kommission für Entwicklung und Zusammenarbeit: http://ec.europa.eu/europeaid/index_en.htm
Weitere Informationen zur Veranstaltung erhalten Sie im Bereich International bei Cornelia Kern, Tel: 0921 886-152, E-Mail: kern@bayreuth.ihk.de

Wenn Ihr Auslandskunde nicht zahlt – Risiken im Exportgeschäft vermeiden - EEN- Workshop am 25. Januar 2012 gab wertvolle Anregungen

Welche Risiken müssen Sie beachten, wenn Sie im Auslandsgeschäft „überleben“ wollen?
Woran erkennen Sie, wenn ein Kunde in Zahlungsschwierigkeiten steckt?
Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Stammkunden?

Das waren nur einige Fragen, mit denen Eberhard Ehret, Abteilungsdirektor Investitionsgüterversicherung der Coface Deutschland AG aus Mainz, die Teilnehmer zu Beginn eines Workshops über „Risiken, Zahlungssicherung, Bonitätsprüfung und Länderrisiken im internationalen Geschäft“ ins Grübeln brachte.

Vertriebsleiter und Finanzverantwortliche diskutierten gemeinsam

Zu diesem vom EEN organisierten Workshop, der am 25. Januar in der IHK in Bayreuth stattfand, waren diesmal aus den oberfränkischen Unternehmen nicht nur Verantwortliche aus dem Bereich Vertrieb Ausland, sondern auch aus dem Bereich Buchhaltung/Finanzen gekommen.

Und sie hörten von Eberhard Ehret, der auf 30 Jahre Berufserfahrung im Exportkreditgeschäft zurückgreifen kann und nahezu jede Möglichkeit kennt, Zahlungsausfälle weitgehend zu vermeiden, viel Wissenswertes. So verdeutlichte er nicht nur grundsätzliche und zusätzliche Risiken im Exportgeschäft, gab Tipps zur Vertragsgestaltung mit ausländischen Kunden und dazu, wie mit der Verbesserung der Qualität von Rechnungen bereits ein „erfolgreiches Inkasso“ vorbereitet werden kann. Er legte den Unternehmern auch eine regelmäßige Bonitätsprüfung der Kunden ans Herz. Und er regte an, über die Einführung eines modernen, zwischen den Geschäftsbereichen Verkauf/Vertrieb und Finanzen angesiedelten Kreditmanagements nachzudenken.

Vorkasse ist kein Beweis für einen zuverlässigen Zahler – Betrug wird raffinierter

Dass auch Vorkasse keine endgültige Sicherheit bietet, auf Dauer gute Geschäfte zu machen, war für viele der Teilnehmer neu. Von Ugandaschecks und Nigeria-Connection hatten sie schon gehört, aber Warenkredit-Stoßbetrug war für die meisten etwas Neues. Bei dieser Form des Betrugs akzeptieren neue Geschäftspartner alle angebotenen Preise ohne Nachverhandlungen, bestellen zuerst kleinere Mengen meist hochpreisiger, schnell weiter zu verkaufender Waren und bezahlen sofort. Später werden die Bestellmengen größer und die Bitten um Gewährung von Zahlungszielen häufiger. Wenn die Ware dann mit Zielgewährung auf der Rechnung ausgeliefert wird ist die Firma verschwunden, die Ware auch und die Rechnung offen.

Information und Aufmerksamkeit ist das A und O

Es muss nicht gleich zu Beginn die kostenpflichtige Firmenauskunft sein – auch mit „einfachen“ Mitteln sind Warnsignale zu erkennen, die auf mögliche Zahlungsprobleme beim Kunden hinweisen. Das können u.a. sein: häufige Wechsel von Rechtsformen und Eigentümern, die stetige Ausdehnung von Zahlungszielen oder die Nicht-Übereinstimmung von eingetragener Geschäftstätigkeit und bestellten Waren.
Ehrets Empfehlung an die Unternehmer:
Googeln Sie regelmäßig Ihre Bestands- und auch Neukunden, werten Sie Zeitungsberichte und „social networks“ aus – gibt es Hinweise auf Änderungen in der Geschäftstätigkeit, auf bevorstehende Eigentümerwechsel, auf etwaige Entlassungen, auf Verlagerungen, gar auf Betrugsfälle oder Gerichtsverfahren? Dann sollten die Alarmglocken läuten. Auch die Recherche nach bisherigen Geschäftspartnern/Kunden des potenziellen Neukunden und der Austausch von Erfahrungen mit diesen können nützlich sein.

Mit intelligentem Mahnwesen schneller ans Geld kommen – Europäische Verfahren helfen

Wenn es trotz aller Voraussicht zum Ausfall der Forderung kommt, denn eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, dann, so der Rat des Experten, können schnelle, regelmäßige Mahnungen in kurzen Abständen und regelmäßige persönliche Kontakte mit dem „Schuldner“ früher zum Erfolg führen als bei Unternehmen, die Mahnungen auf die lange Bank schieben. Und noch ein Rat von Ehret: Wird ein Inkassounternehmen eingeschaltet, dann sollte unbedingt vorher auch dessen Seriosität und Qualität geprüft werden.

Im EU-Binnenmarkt helfen, wenn Gläubiger und Schuldner in zwei unterschiedlichen EU-Mitgliedstaaten sitzen, auch zwei neue Verfahren, leichter an offene Forderungen zu kommen: der „Europäische Mahnbescheid“, für dessen Bearbeitung in Deutschland das Amtsgericht Berlin-Wedding zuständig ist , und der „Europäische Vollstreckungstitel für unbestrittene Forderungen“, der in Deutschland z.B. von jedem Notar ausgestellt und in jedem EU-Mitgliedstaat außer Dänemark direkt vollstreckt werden kann.

Ausfallrisiken vermindern

Am Ende gab es von Eberhard Ehret und seinem Nürnberger Kollegen Christopher Laßleben noch viele Tipps, wie mit Hilfe von „richtigen“ Zahlungskonditionen, Export-Kreditversicherungen und Factoring Risiken für Zahlungsausfälle vermindert werden können.

Mehr zu Länderrisiken, zu Exportkreditversicherungen und Bonitätsauskünften erfahren Sie u.a. auf folgenden Webseiten:

Informationen zum “Europäischen Mahnbescheid“ und zum „Europäischen Vollstreckungstitel“ finden Sie im Internet u.a. hier:

EEN-Workshop „Europas Norden – Kleine Märkte, interessante Chancen“ am 14. Mai 2012 in Bayreuth

Verpasste Chancen?

Eine riesige Nachfrage nach Bau- und Ausbauleistungen in den nordischen Ländern, boomende Konsumentenmärkte in Norwegen, Schweden und Dänemark, großes Interesse an deutschen Nahrungs- und Genussmitteln in dieser Region, „Made in Germany“ in allen Bereichen hoch geachtet, ein ständig wachsendes Marktpotenzial für Erneuerbare Energien und energieeffizientes Bauen …

Warum interessiert das in Oberfranken nur wenige Unternehmen?

Diese Frage stellten sich im Anschluss an einen Workshop „Europas Norden – Kleine Länder, interessante Chancen“ in der IHK in Bayreuth sowohl die anwesenden wenigen oberfränkischen Unternehmer als auch die Vertreterinnen der deutschen Auslandshandelskammern aus diesen Ländern und die Organisatoren Dr. Hans Kolb vom Bereich International und Cornelia Kern vom „enterprise europe network“.

An den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in diesen Ländern kann es kaum liegen – stabiles Wachstum, hohe Zahlungsmoral, flache Strukturen, gute Margen bei vielen Produkten. Und im Zeitalter modernster Transport- und Kommunikationsmittel sollten geografische Entfernungen nur noch eine untergeordnete Rolle spielen.

Norwegen – Schwerpunkt Bau und Energieeffizienz von Gebäuden

Als durch Erdöl- und Erdgasexporte reich gewordenes Land steht Norwegen vor großen Herausforderungen, die Wende von Energieverschwendung hin zu Energieeffizienz in den nächsten Jahren zu vollziehen. Große Investitionsprojekte im öffentlichen Sektor, der Ausbau von Schienen- und Bahnprojekten werden vorangetrieben, um das Land fit für die erdöl- und erdgasarme Zukunft zu machen. Dafür werden deutsches Know-how und deutsche Dienstleistungen von den norwegischen Auftraggebern händeringend gesucht, betonte Ivonne Köhler, Projektleiterin bei der Deutsch-Norwegischen Handelskammer in Oslo.
Sehr wichtig für den Geschäftserfolg in diesem Land sei es, die vielfältigen vorhandenen Netzwerke zu nutzen und Kundenbeziehungen intensiv zu pflegen.

Schweden – Das Land „notorischer Konsumenten“ und „natürlicher Partner für deutsche Firmen“

So beschrieb Ninni Löwgren von der Deutsch-Schwedischen Handelskammer aus Stockholm einige Besonderheiten dieses Marktes.
Zwar sei im Vergleich zwischen Schweden und Deutschland, die Fläche ausgenommen, alles zehn Mal kleiner, aber die Wirtschaftszweige beider Länder seien ausgesprochen kompatibel und auch das hohe Niveau in Forschung und Entwicklung böte zahlreiche Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Und da die Schweden als liebstes Hobby das Einkaufen hätten bestünden auch für Konsumgüter und Lebensmittel sehr gute Aussichten. Voraussetzungen dafür seien ein gutes Produkt oder eine gute Dienstleistung, eine aussagekräftige englische Firmenpräsenz im Internet und der Wille, auf dem gesamten schwedischen Markt und nicht nur in der Hauptstadt präsent zu sein.

Dänemark – Direkter Nachbar mit Potenzial

Auch wenn das Land zu den teuersten in Europa gehört – „Made in Germany“ sei auch hier gefragt, hohe Margen bei entsprechenden Produkten möglich, so Nicole Danielsen von der Deutsch-Dänischen Handelskammer aus Kopenhagen.
Insbesondere in den Bereichen Windkraft, Photovoltaik und E-Mobilität bestünde ein großes Interesse an deutschen Erfahrungen. Und auch die Nachfrage nach deutschen Lebensmittel- und Getränkespezialitäten steige ständig.

Estland, Lettland und Litauen – Günstiger Zeitpunkt zum Markteinstieg und Sprungbrett in die GUS

Zwar haben die drei baltischen Staaten immer noch schwer mit den Folgen der Wirtschaftskrise zu kämpfen, aber die Wirtschaft wachse wieder, zwar auf niedrigem Niveau, aber stabil und das Konsumklima verbessere sich, so beschrieb Maren Diale-Schellschmidt, geschäftsführender Vorstand der Deutsch-Baltischen IHK, die aktuelle Situation.
Auch die Strukturreformen greifen langsam. Nach wie vor bestünde ein großer Nachholbedarf an Ausrüstungen für die Modernisierung von Maschinen und Anlagen. Und auch das Interesse an Umwelttechnologien und Medizintechnik wachse. So sei der Zeitpunkt, in die Märkte einzusteigen oder „alte“ Beziehungen wieder aufzufrischen, derzeit günstig. Trotz ihrer Unterschiedlichkeit seien alle drei Länder, bedingt durch ihre Geschichte, auch ideale Ausgangspunkte für Geschäfte mit den GUS-Staaten. Und mit einer Illusion räumte sie in ihrem Vortrag auf: Deutsche Software nach Estland zu verkaufen sei kein besonders Erfolg versprechende Modell, denn Estland sei „vollelektronisch“ und Vorreiter für alle Staaten in Europa auf diesem Gebiet. Nicht zuletzt sei beispielsweise Skype eine estnische Erfindung.

Kooperationspartner in Nordeuropa finden

Das „enterprise europe network“ bietet mit seiner Kooperationsvermittlung die Möglichkeit, Partner für Produktion und Vertrieb, Technologietransfer oder Forschung und Entwicklung zu suchen und zu finden.

Einzelgespräche im Anschluss an EEN-Workshop „Europas Norden“

Zusammenarbeit mit EEN-Partnern aus der Slowakei vertieft

In der Woche nach Ostern fuhr eine Gruppe oberfränkischer Unternehmer in die slowakische Hauptstadt Bratislava, um sich über die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen zu informieren und Gespräche mit slowakischen Unternehmern zu führen. (s.a. weiteren Bericht in dieser Ausgabe)
Gemeinsam mit der IHK für Oberfranken Bayreuth und dem slowakischen Handelskonsulat in München organisierten die EEN-Partner an der IHK in Bayreuth und aus dem slowakischen EEN-Konsortium ein interessantes Reiseprogramm.

Kontinuität und Wachstum

Während eines Workshops erhielten die Unternehmer von Handelskonsulin Dagmar Urbanová einen Überblick über die engen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Bayern und der Slowakei. Juray Klačansky von SARIO, der slowakischen staatlichen Investitionsförderagentur, informierte über die aktuellen Rahmenbedingungen für ausländische Investoren. Auch die vor Kurzem erst ins Amt gekommene neue Regierung des Landes will weiterhin günstige Bedingungen für ausländische Investoren schaffen. Ob jedoch die europaweit gelobte Flat Tax beibehalten werden wird sei noch in der Diskussion, so Klačansky.

Juray Bartakovics von NADSME, der Slowakischen Agentur zur Förderung von KMU, stellte gemeinsam mit Cornelia Kern von der IHK in Bayreuth, -beide Organisationen arbeiten als Partner im EEN, dem europäischen Beratungsnetzwerk für kleine und mittlere Unternehmen, mit-, dessen Dienstleistungsangebot vor und schilderte, wie die Zusammenarbeit beispielsweise bei der Suche nach Kooperationspartnern oder bei der Lösung von Problemen im EU-Binnenmarkt funktioniert.

In der sich anschließenden regen Diskussion wollten die Oberfranken vor allem wissen, wie die Slowaken mit Löhnen, die etwa 35 Prozent der deutschen betragen und dem ähnlich hohen Preisniveau wie in Deutschland ihr Leben gestalten, wie die slowakische Wirtschaft auf den auch dort vorhandenen Fachkräftemangel reagiert und ob Interesse am deutschen Modell der dualen Ausbildung besteht.

Europatage 2013 im Blick

In der Diskussion entstand die Idee, im Rahmen der Anfang Juni 2013 geplanten „Neudrossenfelder Europatage“ wieder „Europäische Unternehmertage“ durchzuführen, diesmal mit einem Schwerpunkt „Erneuerbare Energien“. Slowakische Unternehmer und solche aus Slowenien, dem Partnerland der nächsten „Europatage“ sowie aus weiteren interessierten Ländern sollen die Gelegenheit bekommen, sich über Anwendungen von Umwelttechnologien in Oberfranken zu informieren und Unternehmergespräche zu führen. Mit dabei sein werden dann auch die EEN-Partner aus der Slowakischen IHK.

Weitere Informationen zur Slowakei, zu dieser Reise und zum „enterprise europe network“ erhalten Sie von Cornelia Kern, Tel.: 0921 886-152, E-Mail: kern@bayreuth.ihk.de.

So kommen Sie in Tschechien an Ihr Geld - Workshop in Marktredwitz gab Tipps

Kennen Sie das?

Sie haben mit einem Kunden in Tschechien „eine Rechnung offen“. Dieser will aus den verschiedensten Gründen nicht zahlen. Was können Sie tun?

Tipps und Hinweise dazu, wie man durch eine effektive Vertragsgestaltung das Entstehen offener Forderungen vermeiden, Forderungen managen und offene Forderungen in Tschechien eintreiben kann, bekamen interessierte Unternehmer am 13. Juli 2011
in einem Praxisworkshop.

Eingeladen hatten das „Enterprise Europe Network“ an der IHK für Oberfranken Bayreuth und die Handwerkskammer für Oberfranken dazu in das Ost-West-Kompetenzzentrum nach Marktredwitz.

Vorher Solvenz des Geschäftspartners prüfen

Zdena Noack, Inhaberin der Prager Anwaltskanzlei noack & partner mit jahrelangen Erfahrungen im deutsch-tschechischen Geschäftsverkehr, betonte vor den interessierten Zuhörern die Notwendigkeit, sich vor Geschäftsabschluss über den tschechischen Partner/Kunden zu informieren. In Tschechien war im Vorjahr zwar die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen rückläufig, jedoch stieg die Zahl der Privatinsolvenzen stark an. Der durchschnittliche Zahlungsverzug bei einer durchschnittlich vereinbarten Fälligkeit von 36 Tagen betrug 12 Tage. Informationen seien, anders als in Deutschland, in einschlägigen Datenbanken für jedermann öffentlich zugänglich und ließen nützliche Rückschlüsse auf den Partner zu.

Verträge sinnvoll gestalten

Eine rege Diskussion entspann sich zum Thema Vertragsgestaltung mit tschechischen Geschäftspartnern. Als Fazit konnten die Teilnehmer mit nach Hause nehmen: Verträge schriftlich abschließen, die Vertragsparteien sowie die Leistung und Gegenleistung möglichst exakt beschreiben, die Verträge übersichtlich und verständlich gestalten, Rechtswahl und Gerichtsstandvereinbarung beachten, Sicherungsinstrumente (z.B. Eigentumsvorbehalt), Vertragsstrafe und Schadensersatz und die gültige Sprachfassung vereinbaren.

Vertragsänderungen sollten grundsätzlich nur im Einvernehmen beider Parteien und in der gleichen Form wie im Grundvertrag vorgenommen werden.

Wichtige Unterschiede im tschechischen Recht beachten

Die Referentin betonte auch einige wichtige Unterschiede im tschechischen Vertragsrecht.
Beispielsweise sollte vor Vertragsabschluss im Handelsregister geprüft werden, wer unterzeichnungsberechtigt ist, d.h. die Vertretungsvollmacht besitzt. So sei es in Tschechien nicht üblich, dass ein Prokurist wie ein Geschäftsführer für eine Firma handeln darf. Auch müssen Verträge immer mit der Muttergesellschaft abgeschlossen werden. Sind die Firmenangaben (HR-Nummer, Steuernummer) unkorrekt kann im Streitfall das Gericht den Vertrag als nichtig betrachten. Da es im Gegensatz zu Deutschland in Tschechien keine rechtliche Regelung gäbe, die dem Schuldner die Auslagen für die außergerichtliche Eintreibung von Forderungen zuweise, sollte auch hier eine Vereinbarung getroffen werden.

Offene Forderungen eintreiben

Ist es trotz aller Vorausschau doch passiert und der Kunde zahlt nicht, dann gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, doch noch zu seinem Geld zu kommen.

In jedem Fall, so der Rat von Zdena Noack, sollt jedoch vorher geprüft werden, ob der Schuldner die Rechnung überhaupt erhalten hat. Schriftliche Mahnungen und persönliche Telefonate sollten immer das erste Mittel der Wahl sein. Einen Tipp hatte sie für die Teilnehmer: Den säumigen Zahler in den Mahnungen auf die ihm entstehenden Folgekosten hinweisen, falls er nicht zahlt. Auch sollten dem Schuldner „Brücken gebaut“, Lösungen angeboten werden. Beispielsweise sei ein schriftliches Schuldanerkenntnis in Form eines notariellen Protokolls und die Vereinbarung eines Ratenkalenders durchaus eine erfolgreiche Methode.

Inkassounternehmen prüfen

Führt auch das nicht zu Ziel, dann kann über eine außergerichtliche Eintreibung nachgedacht werden. Eine Vielzahl von privaten Inkassounternehmen böten dafür ihre Dienste an. Aber Vorsicht – nicht jedes sei seriös. Deshalb sollten immer Referenzen eingeholt, die Erfahrungen und Methoden der Eintreibung überprüft und die Preiskonditionen verglichen werden. Nicht unbedingt üblich sei in Tschechien ein ständiger Informationsfluss zum Mandanten. Deshalb solle darauf besonderer Wert gelegt werden.

Gerichtliche Forderungseintreibung als letztes Mittel

Nutzen alle anderen Möglichkeiten nichts, dann muss Klage vor dem für den Wohn- oder Unternehmenssitz des Beklagten zuständigen Kreisgericht oder bei einem Streitwert über 100.000 CZK (ca. 4100 EUR) beim zuständigen Bezirksgericht eingereicht werden.

Es gibt die Möglichkeit eines beschleunigten Verfahrens. Damit kann ein Zahlungsbefehl, ein elektronischer Zahlungsbefehl, ein europäischer Zahlungsbefehl oder eine Wechselklage erwirkt werden. In der Regel sind diese innerhalb von 15 Tagen, beim europäischen Zahlungsbefehl innerhalb von 30 Tagen, vollstreckbar. Verkürzte Verfahren werden schneller entschieden und verursachen geringere Kosten. Die tschechischen Gerichte, so die Referentin, verfügten inzwischen über ausreichend Erfahrungen auf diesem Gebiet. Jedoch sollten vorhandene regionale Unterschiede bei der Bearbeitung berücksichtigt
werden.

Nach einer sehr angeregten Diskussion und einem interessanten Erfahrungsaustausch nahmen die Unternehmer ein Motto von Zdena Noack zur Zusammenarbeit mit tschechischen Partnern mit nach Hause: „Seien Sie flexibel, fair, individuellen Lösungen gegenüber aufgeschlossen und pfiffiger als Ihr Partner.“

    
Erfahrungen über die Zusammenarbeit mit tschechischen Geschäftspartnern tauschten am Rande des Tschechien-Workshops aus (v.l.n.r.): Frank Wunderlich, Viessmann Kältetechnik AG/Hof; Rechtsanwältin Zdena Noack/ Prag; Gerhard Travnicek, IBC Solar s.r.o./Prag und Cornelia Kern, IHK für Oberfranken Bayreuth/Enterprise Europe Network

Hier können Sie sich über tschechische Geschäftspartner informieren:

Handelsregister
Enthält Angaben über das Unternehmen, Geschäftsberichte und Jahresabschlüsse, soweit sie von den Unternehmen bereits hinterlegt sind, und Informationen über Insolvenzen
Gewerberegister
Insolvenzregister
Enthält Informationen über Insolvenzen und Fristen für die Anmeldung von Forderungen
Zentralregister der Zwangsvollstreckungen
Enthält Angaben über die Anzahl der Zwangsvollstreckungen inkl. Datum und Höhe. Der Zugang ist kostenpflichtig.

Hier erfahren Sie mehr über das Europäische Mahnverfahren:

http://europa.eu

In Deutschland wird das Europäische Mahnverfahren für alle deutschen Amtsgerichte zentral beim Amtsgericht Wedding bearbeitet.

Auf der Webseite http://www.berlin.de/sen/justiz/gerichte/ag/wedd/eumav.de.html finden Sie eine viele interessante Informationen zu diesem neuen Mahnverfahren, das seit Dezember 2008 angewandt werden kann.

Ansprechpartner

Cornelia Kern

Cornelia Kern


Stv. Leiterin Bereich International
Leiterin Referat EU-Fragen / Kooperationsprogramme
Leiterin Projekt Enterprise Europe Network (EEN)

Unser aktueller Newsfeed

Die aktuelle Oberfränkische Wirtschaft zum Blättern

Oberfränkische Wirtschaft

Nutzen Sie den neuen Service der IHK. Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe der Oberfränkischen Wirtschaft in einer Version, die Sie an Ihrem Bildschirm Durchblättern können. Vergrößern Sie sich die Passagen, die Sie besonders interessieren. Sie können sich einzelne Seiten ausdrucken, abspeichern u. die aktiven Links nutzen.

Enterprise Europe Network (EEN)

Die Industrie- und Handelskammer für Oberfranken Bayreuth ist Partner im europäischen Beratungsnetzwerk der EU für kleine und mittlere Unternehmen.

Abonnieren Sie den IHK-Newsletter!