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29.04.2016

Mittelstand als Anker in unruhigen Zeiten

Unternehmen holen Atem, gehen aber optimistisch in die Zukunft

Gerät die oberfränkische Wirtschaft ins Stocken, oder nimmt sie sich nur eine kurze Verschnaufpause? Vieles in der aktuellen Konjunkturbefragung der IHK für Oberfranken Bayreuth deutet auf letzteres hin, denn: Ihre aktuelle Geschäftslage bewerten die hiesigen Unternehmen zwar weniger gut als zuletzt, auf die kommenden Monate blicken sie jedoch mit Optimismus. Der IHK-Konjunkturklimaindex verliert zwei Punkte und liegt nun bei 121 Zählern. Von einem dauerhaften Rückgang ist wohl nicht auszugehen: „Unsere mittelständisch geprägte Wirtschaft ist der stabile Anker in Zeiten einer unruhigen Weltwirtschaft. Der positive Ausblick auf die kommenden Monate stimmt zuversichtlich“, so IHK-Präsident Heribert Trunk.

Wichtiger Wirtschaftsmotor bleibt die Binnennachfrage – insbesondere der private Konsum, der von den spürbaren Lohn- und Rentensteigerungen bei nahezu stabilen Preisen profitiert. Daran können vor allem der Einzelhandel und die Tourismusbranche partizipieren. Der Handel bestätigt diesen Trend und legt im Vergleich zum Jahresanfang deutlich zu. Auch mit Blick auf die Auslandsmärkte ist die oberfränkische Wirtschaft optimistisch und rechnet mit steigenden Umsätzen. „Die Unternehmen glauben an eine Erholung der Weltmärkte und setzen weiter auf den Ausbau ihrer internationalen Aktivitäten“, betont IHK-Hauptgeschäftsführerin Christi Degen.

Dennoch bleibt das Gebilde aus angeheizter Binnennachfrage und Exportplus durch günstige Wechselkurse fragil. Wie ein Konjunktur-Kartenhaus, das in sich zusammenfallen könnte, wenn günstige Rahmenbedingungen wegfallen. „Denn diese helfen unseren Unternehmen im Moment, ersetzen allerdings keine nachhaltige Erholung der Weltwirtschaft“, erläutert Trunk.

Die Geschäftslage kühlt auf hohem Niveau ab. Insgesamt geben 40 Prozent der befragten oberfränkischen Unternehmen eine gute aktuelle Geschäftslage an. Zwölf Prozent sind hingegen mit der Situation unzufrieden. Dem hohen Konsum im Inland sei Dank, kann der Einzel- und Großhandel stark zulegen – trotz des großen Wandels, der den Handel beschäftigt. Die Industrie, der Dienstleistungssektor und der Tourismus sind in ihrer Beurteilung verhaltener, wenn auch im Saldo weiterhin positiv. Für Unsicherheit sorgt die Ausweitung der Rückrufaktionen auf weitere Automobilhersteller im Rahmen der Abgasuntersuchungen. „Natürlich wäre auch die in Oberfranken stark vertretene Automobilzulieferindustrie betroffen, wenn deutsche Automobilhersteller in Turbulenzen geraten sollten“, so Heribert Trunk.

Auf die kommenden zwölf Monate blickt die oberfränkische Wirtschaft allerdings insgesamt optimistisch. Ein Viertel der Unternehmen rechnet mit einer besseren Geschäftslage, elf Prozent mit einer schlechteren. „Alle Branchen geben im Saldo eine positive Bewertung ab. Das lässt auf einen erfolgreichen Sommer für Oberfrankens Wirtschaft hoffen“, so Trunk. Die Tourismusbranche, der Großhandel und das Baugewerbe stechen positiv heraus.

Auslandsumsatz als Zugpferd

Das Auftragsvolumen stieg im vergangenen halben Jahr sowohl im In- wie im Ausland an. Im Inland ist die positive Umsatzentwicklung jedoch abgeflacht. So berichten 26 Prozent der Betriebe von steigenden Inlandsumsätzen. Rückläufige Umsätze auf dem Binnenmarkt verbuchen 23 Prozent. Ein umgekehrtes Bild ergibt sich bei der Umsatzentwicklung im Ausland. Dort vermelden 28 Prozent steigende und 16 Prozent sinkende Umsätze. „Auch in der aktuell schwierigen Lage der Weltwirtschaft können die oberfränkischen Unternehmen ihre Umsätze im Ausland steigern. Dabei beobachten wir seit längerem eine Erholung des Euroraumes“, so Degen. Nicht nur in Europa, auch auf den nordamerikanischen Märkten können starke Zuwächse verbucht werden. Auf der anderen Seite muss ein großer Anteil der Betriebe in Osteuropa und Russland, Südamerika und China sinkendende Auftragsvolumina hinnehmen.

Geht es nach den befragten Unternehmern, entwickelt sich in den nächsten Monaten die Auftragslage sowohl im Inland als auch im Ausland positiv. Auf dem Binnenmarkt rechnen 25 Prozent der Betriebe mit steigenden und 13 Prozent mit sinkenden Umsätzen. Saisonbedingt erwarten vor allem das Baugewerbe und die Tourismusbrache steigende Umsätze. Aber auch der Dienstleistungssektor und der Einzelhandel setzen große Hoffnungen in die nächste Zeit. Im Ausland rechnen 31 Prozent der Betriebe mit steigenden Umsätzen, demgegenüber stehen acht Prozent, die vom Gegenteil ausgehen. Auffällig ist, dass die Unternehmen für nahezu alle Teilmärkte – auch für die Region Osteuropa/Russland/Türkei sowie für China – wachsende Umsatzzahlen prognostizieren. „Offensichtlich hat die oberfränkische Wirtschaft Vertrauen in den chinesischen Markt und setzt auf eine Stabilisierung im Reich der Mitte“, so Degen. Besonders große Zuwächse werden in Europa, Nordamerika und eben in China erwartet.

Weiterhin Einstellungen geplant

All das sorgt dafür, dass die oberfränkische Wirtschaft auf stabilem Niveau investieren will. Insgesamt planen 23 Prozent der Unternehmen steigende Investitionen im Inland. 14 Prozent möchten ihre Investitionen zurückfahren. Investitionsfreudige Branchen sind die Industrie, der Dienstleistungssektor und die Tourismusbranche. Auch die Beschäftigtenplanung bleibt auf einem moderaten Wachstumskurs. Einstellen wollen vor allem der Einzelhandel und das Tourismusgewerbe.

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Ansprechpartner

Wolfram Brehm

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Malte Tiedemann

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Bereich Standortpolitik
Leiter Referat Standortinformation und -marketing, Tourismus
Branchenbetreuer Tourismus
Sandra Heck

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