Zurück zur Startseite
Zurück zur Startseite
Home> Presse
16.08.2018

Copy und Paste: Abmahnung droht

Richtiger Umgang mit Fotos und Bilddatenbanken

Unternehmen, Vereine und auch Privatleute setzen gerne Stockfotos ein, also vorproduzierte Aufnahmen, die über Bilderagenturen vertrieben und dort gekauft werden können. Das Angebot an Stockfotos bei Anbietern wie Adobe, Shutterstock, Pixelio, Fotolia und Co. ist riesig. "Aber auch die Gefahren sind groß", wie Rechtsanwalt Andreas Knauf beim 1. Oberfränkischen Tag der Kultur- und Kreativwirtschaft der IHK für Oberfranken Bayreuth betont.

Stefan Cordes, IHK-Bereichsleiter Recht und Steuern, Dienstleistungen freut sich über den erfolgreichen Startschuss einer Veranstaltungsreihe für die Kultur- und Kreativwirtschaft: "Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf Themen, die Unternehmen dieser Branche vor besondere Herausforderungen stellt." IHK-Vizepräsidentin Dr. Laura Krainz-Leupoldt, die sich selbst stark für die Themen Kultur und Kreativität engagiert, stellt in ihrer Begrüßung die Bedeutung der Branche heraus. "Längst zählt die Kultur- und Kreativwirtschaft zu den wachstumsstärksten Branchen der Wirtschaft." Sie betont, dass es sich bei Kunst und Kultur um einen schöpferischen Akt handelt, unabhängig von der Art der Finanzierung. Ihr Bayreuther Präsidiumskollege Jörg Lichtenegger kennt als Chef einer Werbeagentur die Fallstricke der Stockfotografie, etwa wenn man ein Stockfoto zuschneidet. Lichtenegger: "Selbst zu fotografieren kann eine gute Lösung sein, auch zur Umsetzung der eigenen Bildsprache."

Wahlkampf und Quark

In seinen Ausführungen erinnert Knauf daran, dass Stockfotos alles andere als exklusiv sind. So setzten zwei Parteien im Bundestagswahlkampf 2013 ebenso wie ein finnischer Quarkhersteller dasselbe Bildmaterial ein, Spott inklusive. "Dieses Risiko besteht immer", so Knauf. "Das Problem kann man eigentlich nur umgehen, indem man ein eigenes Foto schießt."

Der Rechtsanwalt macht deutlich, dass verschiedene Rechtsvorschriften in die Benutzung von Fotos hineinspielen, vor allem das Urheberrecht. So sind das Recht des Fotografen und die Rechte am Motiv stets im Auge zu behalten. "Gibt es eine Einwilligung der fotografierten Personen? Sind geschützte Werke, Marken oder Designs abgebildet?" Diese Fragen seien unbedingt vor der Nutzung zu klären, so Knauf. "Aus dieser urheberrechtlichen Logik verbietet sich die weit verbreitete 'Copy und Paste'-Mentalität im Internet."

Knauf geht auch der Frage nach, ob die neue Datenschutz-Grundverordnung das Urheberrecht aushebelt. Hier besteht aus seiner Sicht kein Grund zur Panik. Wie bisher sei es wichtig, im Rahmen von Auftrag und Nutzungsrechten zu arbeiten und die entsprechenden Einwilligungen einzuholen. Knauf empfiehlt, die aktuellen Entwicklungen zu beobachten.

Nutzungsrechte im Vorfeld klären

Ein weiterer Fallstrick bei Stockfotos sei außerdem die Frage, was eigentlich Umfang der Lizenz ist, ob sie auch für kommerzielle Zwecke oder eine digitale Nutzung gelte. Er verweist darauf, dass in der Regel eine Bildbearbeitung von Stockfotos nicht zulässig ist. "Beachten Sie auch die Nicht-Übertragbarkeit der Bildrechte!" rät Knauf. "Rechte können nicht einfach von der Agentur auf den Auftraggeber übertragen werden." Entweder die Agentur richte für den Auftraggeber ein Nutzungskonto ein oder der Auftraggeber erwerbe selbst die Lizenz, so seine Empfehlung.

Stockfotos und Bilddatenbanken stellen eine riesige Auswahl an Bildmaterial zur Verfügung, sind preiswert und schnell verfügbar, bergen aber auch Risiken und zwingen zu einem sauberen Arbeiten, um Abmahnungen zu vermeiden. Sollte es doch zu einer Abmahnung kommen, empfiehlt Knauf, diese aufmerksam zu lesen, Fristen einzuhalten, keine vorgefertigten Unterlassungserklärungen abzugeben und gegebenenfalls einen Anwalt einzuschalten. "Auch die Fachleute der IHK stehen gerne mit Rat und Tat zur Seite", ergänzt Lichtenegger.

Im Rahmen der Veranstaltung ging Oliver Wittmann, Branchenexperte des Bayerischen Zentrums für Kultur- und Kreativwirtschaft, außerdem auf die Künstlersozialabgabe ein und skizziert, wer sie wann bezahlen muss, wer sie bekommt und wie kontrolliert wird.

Unser Bild zeigt (von links) Stefan Cordes, IHK-Bereichsleiter Recht und Steuern, Dienstleistungen, Oliver Wittmann, Branchenexperte des Bayerischen Zentrums für Kultur- und Kreativwirtschaft, Dr. Laura Krainz-Leupoldt, IHK-Vizepräsidentin und Vorsitzende des IHK-Gremiums Marktredwitz-Selb, Rechtsanwalt Andreas Knauf und Jörg Lichtenegger, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Bayreuth.

Ansprechpartner

Stefan Cordes

Stefan Cordes


Leiter Bereich Recht und Steuern, Justiziar
Leiter Referat Sachverständigenwesen
Peter Belina

Peter Belina


Stv. Leiter Bereich Kommunikation

Geschäftsführer IHK-Gremium Lichtenfels
Geschäftsführer Wirtschaftsjunioren Oberfranken
Kreisgeschäftsführer Wirtschaftsjunioren Lichtenfels

Die aktuelle Oberfränkische Wirtschaft zum Blättern

Oberfränkische Wirtschaft

Nutzen Sie den neuen Service der IHK. Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe der Oberfränkischen Wirtschaft in einer Version, die Sie an Ihrem Bildschirm Durchblättern können. Vergrößern Sie sich die Passagen, die Sie besonders interessieren. Sie können sich einzelne Seiten ausdrucken, abspeichern und die aktiven Links nutzen.

Abonnieren Sie den IHK-Newsletter!