Zurück zur Startseite
Zurück zur Startseite
Home> Presse
21.08.2018

5G-Mobilfunkstandard wichtig für Oberfrankens Wirtschaft

IHK für Oberfranken Bayreuth fordert Netzausbau auch in der Fläche

Die Einführung des neuen Mobilfunkstandards 5G bietet aus der Sicht der IHK für Oberfranken Bayreuth viele Chancen. Da Milliardeninvestitionen seitens der Mobilfunkanbieter nötig sind, haben diese verständlicherweise großes Interesse daran, das Netz dort auszubauen, wo es sich für sie lohnt. "Deshalb ist es wichtig, die Rahmenbedingungen frühzeitig in einem Masterplan für eine zukunftsfähige, aber auch flächendeckende Mobilfunkversorgung in Deutschland festzulegen", fordert IHK-Präsidentin Sonja Weigand.

Erst acht Jahre ist es her, dass in Deutschland das erste LTE-Netz (4G) startete und neue Standards gesetzt hat. Für Anfang 2019 ist die Lizenzvergabe für den neuen Mobilfunkstandard 5G geplant. 5G soll eine Datenrate haben, die bis zu 100 Mal höher liegt als bei heutigen LTE-Netzen und eine 1.000fach höhere Kapazität, aber gleichzeitig nur ein Tausendstel der Energie verbraucht für die Übertragung eines Bits und je Mobildienst einen um 90 Prozent niedrigeren Stromverbrauch haben soll.

Dieser neue Mobilfunkstandard wird etliche neue Anwendungen ermöglichen, beispielsweise im Bereich der Industrie 4.0, für vernetztes Fahren, Mobilitätsdienste oder die Steuerung dezentraler Netze.

Flächendeckende Versorgung wichtig

Wegen der großen Bedeutung dieser Technologie sollen laut Koalitionsvertrag die Funkfrequenzen "…nur gegen flächendeckende Versorgung…" vergeben werden. Der Vertrag konzentriert sich auf Bundesfernstraßen. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen auch das nachgeordnete Straßennetz und Bahnstrecken erschlossen werden.

"Das wird aus unserer Sicht nicht reichen", betont IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner. "Schließlich wird sich der Netzausbau für die Unternehmen, die die Lizenzen ersteigern, nicht überall lohnen." Der ländliche Raum laufe dadurch Gefahr, abgehängt zu werden. Dies wäre gerade für eine Industrieregion wie Oberfranken ein Rückschritt. Hohenner: "Standortnachteile drohen."

Volkswirtschaftlicher Mehrwert nur wenn Nutzung durch Wirtschaft

Der Koalitionsvertrag zielt mit dem Netzausbau zwar in erster Linie auf den Massenmarkt, volkswirtschaftlicher Mehrwert wird aber vor allem dann generiert, wenn Unternehmen möglichst überall 5G-basierte Anwendungen nutzen können. "Das 5G-Netz muss deshalb auch bedarfsgerecht der Wirtschaft vor Ort zur Verfügung stehen", so Hohenner. "Nur dann können Unternehmen neue Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle entwickeln."

Rahmenbedingungen für Erschließung frühzeitig festlegen

Es sei klar, dass die Realisierung der 5G-Infrastruktur etliche Jahre in Anspruch nehmen werde und von den Telekommunikationsnetzbetreibern erhebliche Investitionen abverlangt. "Umso wichtiger ist Planungssicherheit. Bund und Länder müssen deswegen unter Einbeziehung der Wirtschaft rechtzeitig vor dem eigentlichen Frequenzvergabeverfahren die Rahmenbedingungen klar definieren", fordert Weigand. "Wenn Deutschland führender Technologiestandort bleiben will, brauchen wir eine Kombination aus einer deutschlandweiten Einführung einerseits und einer bedarfsgerechten und priorisierten Versorgung von Wirtschaftsstandorten in der Fläche andererseits." Deshalb sei es wichtig, frühzeitig geeignete Rahmenbedingungen für eine zukunftsfähige und vor allem flächendeckende Mobilfunkversorgung festzulegen. Aus Weigands Sicht eine große Herausforderung für Bund, Länder und Bundesnetzagentur.

Pilotregion Oberfranken

"Oberfranken hat sich deshalb frühzeitig positioniert mit der Forderung nach einer Pilotregion Oberfranken Digital", so Weigand. "Auch in der Resolution der IHK-Vollversammlung vom 16. Juli zum Bildungs- und Technologiestandort Oberfranken spielt die 5G-Infrastruktur eine wichtige Rolle."

In einem Schreiben an den Bayerischen Wirtschaftsminister Josef Pschierer haben Weigand und Hohenner um Unterstützung für dieses Projekt gebeten. Die Umsetzung der Heimatstrategie der Bayerischen Staatsregierung setzt schließlich einen entsprechenden Ausbau der digitalen Infrastruktur voraus, sowohl beim Glasfasernetz als auch bei der Mobilfunktechnologie. Mit der "Pilotregion Oberfranken Digital" könnte eine lückenlose Umsetzung dieser Technologien erprobt und die Erkenntnisse rasch auf alle ländlichen Regionen Bayerns übertragen werden, so Weigand.

Ansprechpartner

Thomas Zapf

Thomas Zapf


Stv. Leiter Bereich Standortpolitik
Leiter Referat Handel, Projekte
Branchenbetreuer Handel
Designbeauftragter
Peter Belina

Peter Belina


Stv. Leiter Bereich Kommunikation

Geschäftsführer IHK-Gremium Lichtenfels
Geschäftsführer Wirtschaftsjunioren Oberfranken
Kreisgeschäftsführer Wirtschaftsjunioren Lichtenfels

Die aktuelle Oberfränkische Wirtschaft zum Blättern

Oberfränkische Wirtschaft

Nutzen Sie den neuen Service der IHK. Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe der Oberfränkischen Wirtschaft in einer Version, die Sie an Ihrem Bildschirm Durchblättern können. Vergrößern Sie sich die Passagen, die Sie besonders interessieren. Sie können sich einzelne Seiten ausdrucken, abspeichern und die aktiven Links nutzen.

Abonnieren Sie den IHK-Newsletter!