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Wir stellen vor: Ingrid Krauß für Sie vor Ort!

Sie sind bei uns als Qualifizierungsberaterin tätig und verbringen 50 Prozent Ihrer Tätigkeit im Außendienst. Wo sind Sie denn so unterwegs in Oberfranken?

IK: Zum einen besuche ich die Flüchtlingsklassen der Berufsschulen und führe dort einen Kompetenzcheck durch, den wir in Zusammenarbeit mit enactus, einer Studentengruppe an der Universität Bayreuth, entworfen haben. Es handelt sich um einen kleinen Wissenstest, in dem es vor allem um Fragen der Berufsorientierung geht: Was mag ich (nicht)? Was kann ich? Was liegt mir? Welchen Beruf möchte ich lernen? Denn manche sind beispielsweise besser für die Gastronomie geeignet als andere. Wieder andere möchten gerne an Maschinen arbeiten etc. Außerdem geht es natürlich auch um die deutsche Sprache, Mathe sowie räumliches Denken.

Wie gefällt Ihnen Ihre Arbeit und welche Früchte trägt sie?

IK: Das Arbeiten mit den Flüchtlingen macht richtig Spaß! Sie sind motiviert, wollen einen Beruf lernen und arbeiten. Gerade in den Berufsintegrationsklassen an den Berufsschulen wird das deutlich: Die Schüler sehen unseren Test als guten Weg in ihre Zukunft an, und entwickeln schnell Ehrgeiz, besonders gut zu sein.
Auch für die Lehrer gibt es positive Effekte. Sie können nach dem Test noch Schwächen nacharbeiten, die ihnen vorher vielleicht gar nicht so bewusst waren.
Außerdem stellt der Test für Unternehmen eine gute Orientierung auf dem Weg, einen geeigneten Kandidaten zu finden, dar.

Was können Sie noch für die oberfränkischen Unternehmen, die sich für die Beschäftigung von Flüchtlingen interessieren, tun?

IK: Eine ganze Menge! Natürlich arbeite ich eng mit Agentur für Arbeit zusammen. Da geht es vor allem um die Prüfung des Aufenthaltsstatus. Für die Planungssicherheit in Unternehmen ist das essenziell, schließlich investieren sie Zeit und Geld in die Ausbildung der Flüchtlinge. Die Vermittlung aus den Flüchtlingsklassen klappt daher immer besonders gut. Hier ist bereits behördenseitig alles geklärt und die sogenannten unbegleiteten Minderjährigen zwischen 16 und 20 Jahren lernen über zwei Jahre schon viel über unsere Kultur und Werte.
Somit sind sie in einen Betrieb leichter integrierbar. Sie werden in Wohngruppen gut betreut, sind also schon ein Teil unseres sozialen Netzes und haben oft schon konkrete Vorstellungen, für welchen Beruf sie geeignet sein könnten – auch dank Betriebsbesuchen, die mit ihnen gemacht werden.
Bei meinen Beratungsgesprächen vor Ort in Unternehmen gehe ich mit den Firmen- oder Personalchefs unsere „Checkliste für Unternehmen“ durch, um Fehler zu vermeiden. Wir überlegen gemeinsam, wie der Weg bis zur Einstellung aussehen könnte. Außerdem kann ich durch die Arbeit in den Flüchtlingsklassen oft zur Kandidatenvermittlung beitragen, weil ich viel über die Schüler weiß.

Welche Tipps haben Sie zu guter Letzt für Unternehmer, die sich dafür interessieren, Flüchtlinge zu beschäftigen?

IK: Ich rate allen Unternehmern, im Alltag mit den Flüchtlingen etwas Geduld aufzubringen. Vor allem beim berufsspezifischen Deutsch brauchen sie Zeit, denn die vielen Fachbegriffe in einer für sie fremden Sprache sind eine große Herausforderung. Da hilft es, viele Gespräche zu führen, Dinge mehrmals zu erklären und Visualisierungen zu Hilfe zu nehmen.
Was aus meiner Erfahrung heraus auch immer sehr gut klappt, ist den Flüchtlingen einen deutschen Paten aus dem Unternehmen zur Seite zu stellen – gerne auch einen Azubi. Das gibt Sicherheit und fördert ganz nebenbei auch noch die soziale Integration sehr.
Wenn Sie als Unternehmer diese einfachen Tricks beachten, ist ein Flüchtlinge ein sehr wertvoller Arbeitnehmer für Sie: motiviert, unvoreingenommen, offen für Neues, formbar und sehr dankbar für die Zukunft, die Sie ihm in Deutschland geben.

Ansprechpartner

Ingrid Krauß

Ingrid Krauß


Bereich Berufliche Bildung
Qualifizierungsberaterin

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