11.03.2020

Standort Deutschland stärken!

IHK-Steuerausschuss macht sich stark für Unternehmenssteuerreform

In einer Resolution fordert der Steuerausschuss der IHK für Oberfranken Bayreuth eine Unternehmenssteuerreform. Bei vielen Unternehmen gilt Deutschland im internationalen Vergleich längst als "Hochsteuerland".
"Die Unternehmensbesteuerung stellt einen wesentlichen Standortfaktor dar", so Dieter Uschold, Vorsitzender des IHK-Steuerausschusses. Vielen Unternehmern gilt Deutschland im internationalen Vergleich mit einer Belastung von durchschnittlich 30% als "Hochsteuerland“. Im Zuge der Steuerreform in den USA im Jahr 2018 haben auch einige europäische Staaten angekündigt, die Steuerbelastung für Unternehmen auf deutlich unter 25% zu senken. Uschold: "In Deutschland fand die letzte durchgreifende Unternehmenssteuerreform im Jahr 2008 statt." Uschold verweist darauf, dass Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherungen laut Statistischem Bundesamt 2020 mit einem Überschuss von rund 45 Milliarden Euro abschließen werden.
Mehr denn je, müsse sich die deutsche Wirtschaft zahlreichen Herausforderungen stellen. "Das Spektrum reicht vom Fachkräftemangel und Digitalisierung über internationale Handelskonflikte und den Brexit bis hin zur Energiewende und der Transformation der Automobilbranche", so IHK-Hauptgeschäftsführerin Gabriele Hohenner. "Auch tun sich unsere Unternehmer immer schwerer, Unternehmensnachfolger zu finden. Gerade vor diesem Hintergrund ist eine Unternehmenssteuerreform längst überfällig.

IHK: Zügiges Handeln erforderlich, um Anschluss nicht zu verlieren

Uschold: "Wir fordern die Politik zum schnellen Handeln auf, will Deutschland im internationalen Wettbewerb nicht abgehängt werden". In seiner Resolution fordert der IHK-Steuerausschuss konkret:
  • eine rechtsformneutrale Besteuerung für Personen- und Kapitalgesellschaften,
  • eine Senkung des Körperschaftssteuersatzes,
  • die vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags,
  • eine Reform der Gewerbesteuer,
  • einen spürbaren Bürokratieabbau
  • und den Verzicht auf zusätzliche steuerliche Belastungen für Unternehmer.
"Die Wirtschaft benötigt dringend Investitionsanreize als Impuls", fasst Hohenner zusammen.
Am 5. März 2020 wurde die Resolution im Rahmen des 4. IHK-Kommunalforums an den bayerischen Staatsminister der Finanzen und für Heimat, Albert Füracker, übergeben. Um den Forderungen des IHK-Steuerausschusses Nachdruck zu verleihen, wird die Resolution auch an alle oberfränkischen Abgeordneten übermittelt.