Brexit - wie geht es weiter?

Am 29. März 2019 tritt Großbritannien aus der Europäischen Union aus. Ab diesem Zeitpunkt verliert das Land sein Stimmrecht in der EU. Die von Europäischen Union vorgeschlagene Übergangsfrist endet am 31.12.2020.

Brexit: EU-Kommission setzt „No deal“-Aktionsplan um

und trifft Vorsorge unter anderem für Luftverkehr, Bürgerrechte und Finanzdienstleistungen
Das Vereinigte Königreich wird die Europäische Union verlassen.
Angesichts der anhaltenden Unsicherheit hat die Europäische Kommission mit der Umsetzung eines Aktionsplans für den Notfall begonnen. Dies steht im Einklang mit der Zusage der Kommission, bis Ende des Jahres alle erforderlichen Vorschläge für ein „No deal“-Szenario anzunehmen.

EU-Kommission veröffentlicht Entwurf für Brexit-Abkommen

Die EU-Behörde stellte das 585 Seiten lange Dokument für eine Austrittsvereinbarung ins Internet. Die britische Regierung hatte den von Premierministerin Theresa May befürworteten Entwurf für ein Brexit-Abkommen nach stundenlangen Beratungen gebilligt. Brexit-Verhandlungsführer Michel Barnier kann eine Empfehlung für die Einberufung eines Sondergipfels der EU-Staats- und Regierungschefs zum Brexit abgeben, auf dem das Verhandlungsergebnis gebilligt werden könnte. Termin für das Treffen wäre laut Diplomaten voraussichtlich der 25. November. Zuständig für die Einberufung von Gipfeln der Staats- und Regierungschefs ist EU-Ratspräsident Donald Tusk.

Was bedeutet der Brexit für Ihre Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen in Großbritannien?

Spätestens ab dem ersten Januar 2021 wird Großbritannien zum Drittland. Niemand rechnet derzeit ernsthaft damit, dass bis zu diesem Zeitpunkt ein neues Abkommen zwischen der EU und Großbritannien ausgehandelt ist. Das bedeutet, dass die bisherigen Regelungen im EU-Binnenmarkt dann nicht mehr gelten. Haben Sie Geschäftsbeziehungen mit Unternehmen in Großbritannien, kommen umfangreiche Änderungen auf Sie zu.
Auch wenn die verbleibende Zeit noch lang erscheint empfiehlt es sich, prüfen Sie bereits jetzt die bestehenden Geschäftsbeziehungen. Beginnen Sie dann mit den erforderlichen Anpassungen Ihrer betrieblichen Prozesse.
Was könnte das konkret sein?
  • Haben Sie bisher bereits Geschäftsbeziehungen zu Drittländern, werden Sie weniger Anpassungsbedarf haben, denn die dafür geltenden Regelungen sind Ihnen bekannt.
  • Wenn Sie jedoch bisher ausschließlich im EU-Binnenmarkt aktiv waren, kommen vielfältige Umstellungen auf Sie zu. Sie müssen auch Ihre Mitarbeiter mit diesen Regelungen vertraut machen und daraufhin schulen. Eventuell benötigen Sie neues Personal und eine Anpassung Ihrer IT-Prozesse, z.B. Warenwirtschaftssysteme.
Fragen, die Sie bedenken sollten:
  • Welche Dokumente sind erforderlich, wenn Sie dann Drittlandswaren ex- oder importieren?
  • Welche Zollsätze sind anzuwenden?
  • Ändert sich der Warenursprung, wenn Sie in Ihren Produkten Teile aus Großbritannien verbauen?
  • Ändern sich die anwendbaren Präferenzzollsätze?
  • Welche Auswirkungen hat das auf Ihre Lieferbeziehungen?
  • Benötigen Sie eventuell andere oder zusätzliche Lieferanten?
  • Kommt es zu Kostensteigerungen in Ihrer Lieferkette?
Das erwartet Sie:
Es wird Zollkontrollen an der EU-Außengrenze zu Großbritannien geben. Abfertigungszeiten der Waren verlängern sich. Neue Regelungen in Transport und Logistik müssen ausgehandelt werden. Prüfen Sie Ihre vereinbarten Lieferfristen und verhandeln Sie diese mit Ihren Geschäftspartnern neu.
Der Brexit hat Auswirkungen auf weitere Bereiche, beispielsweise Gesellschaftsrecht (Ltd.), Produktzulassungen, Datenschutz , Personenfreizügigkeit und viele mehr. Bereiten Sie sich rechtzeitig vor.

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