28.05.2019

Die Geschäftslage in Hof trübt sich leicht ein

Aktuell herrscht Zurückhaltung, aber die Zuversicht in die Zukunft steigt

Die Wirtschaft aus Stadt und Landkreis Hof gibt im Rahmen der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage nach wie vor eine tendenziell positive Einschätzung zur eigenen Geschäftsentwicklung ab, doch die Stimmung trübt sich ein. So wird die derzeitige Wirtschaftslage zwar weiterhin im Saldo deutlich positiv, aber auch merklich schwächer als noch zu Jahresbeginn eingestuft. Die Erwartungen an die Entwicklung in den kommenden Monaten legen hingegen zu. „Unsere Unternehmen, gerade die Industriebetriebe, spüren die angespannte Lage in einzelnen Schlüsselbranchen. Noch kann dies die Zuversicht und das Vertrauen in die eigenen Stärken aber kaum beeinträchtigen“, so der Vorsitzende des IHK-Gremiums Hof, IHK-Vizepräsident Dr. Heinrich Strunz. Der Konjunkturklimaindex sinkt aufgrund der schwächeren Lageeinschätzung um drei Zähler auf 120 Punkten.
Die befragten Unternehmen aus der Wirtschaftsregion Hof bleiben auch im Frühjahr vornehmlich guter Stimmung. 39 Prozent der Firmen stufen ihre Geschäftslage gut ein, weitere 52 Prozent bewerten diese als befriedigend. Von einer schlechten betrieblichen Situation berichten neun Prozent. Das ist im Ergebnis eine optimistische und im Saldo positive Einschätzung, die die Stärke des Wirtschaftsraums wiederspiegelt. Im Vergleich zur Neujahrsumfrage ist das Ergebnis aber deutlich schwächer. Dies kann wohl vor allem auf rückläufige Auftragseingänge aus dem Ausland zurückgeführt werden, die wiederum vor allem die Industrie treffen. Im Inland berichten die befragten Betriebe jedoch von einer konstanten bis leicht wachsenden Auftragslage. „Insgesamt gibt die Umfrage ein positives Bild wieder. Die rückläufigen Auftragseingänge können aber schnell zu einer Belastung für unsere Unternehmen werden. Auftragseingänge sind Frühindikatoren. Bleiben sie aus, wird das die Geschäftsentwicklung der betroffenen Unternehmen schnell beeinträchtigen“, fasst der Vorsitzende des IHK-Gremiums Hof zusammen.

Neuer Schwung in der zweiten Jahreshälfte?

Trotz der anstehenden Herausforderungen ist der Blick der Hofer Unternehmerschaft auf die kommenden zwölf Monate weitgehend von Optimismus geprägt. Über ein Viertel der befragten Unternehmerinnen und Unternehmer rechnet damit, dass sich die Geschäftslage der eigenen Firma in den kommenden zwölf Monaten verbessern wird (26 Prozent). Demgegenüber stehen 15 Prozent der Befragten, die mit einer sich verschlechternden Geschäftslage kalkulieren. Die übrigen 59 Prozent gehen davon aus, dass sich ihre derzeitige Geschäftslage nicht nennenswert verändern wird. „Die Unternehmen aus der Wirtschaftsregion Hof haben schon viele Herausforderungen überwunden und gehen meist gut aufgestellt in die Zukunft. Wichtig bleibt, dass die aktuell herrschenden Verunsicherungen auf den Weltmärkten und vor allem rund um die deutsche Autoindustrie behoben werden, denn Unsicherheit ist Gift für die Wirtschaft“, betont Dr. Strunz. Der Optimismus wird auch von der positiven Prognose der Auftragsvolumen getragen, das nach Einschätzung der befragten Unternehmen sowohl im In- wie im Ausland künftig moderat zulegen soll.
Auf einem moderaten Wachstumskurs bewegen sich auch die Planungen der anstehenden Investitionen. Die Investitionsneigung bei den Betrieben aus der Region ist hoch und auch künftig wollen mehr Unternehmen ihre Investitionen steigern als senken. 70 Prozent der Befragten planen mit steigenden oder zumindest gleich bleibenden Inlandsinvestitionen. Nach oben weisen auch die Beschäftigtenplanungen der befragten Firmen, so dass für den Hofer Wirtschaftsraum mit einem leichten Beschäftigtenplus in der nächsten Zeit gerechnet werden kann. „Eine hohe Investitionsneigung und ein geplanter Mitarbeiteraufbau sind gute Nachrichten, die für die Stärke der heimischen Wirtschaft sprechen. Eine Herausforderung bleibt dabei der Fachkräftemangel, dem sich immer mehr Branchen stellen müssen“, so der Vizepräsident. Laut Dr. Strunz seien auch die Anstrengungen der Bayerischen Staatsregierung zu begrüßen, die den Standort Hof durch nachhaltige Investitionen stärken will. Als Beispiele nennt der Hofer Gremiumsvorsitzende das Digitale Gründerzentrum „Einstein1“, die Förderoffensive Nordostbayern und die zugesagte Unterstützung des Freistaats für das Projekt „Höllental-Brücken“.