29.05.2019

Die Stimmung in der Kronacher Wirtschaft hellt sich auf

Die aktuelle Geschäftslage bleibt positiv, der Optimismus kehrt zurück

Noch zu Jahresbeginn gaben die Unternehmen aus dem Landkreis Kronach im Rahmen der IHK-Konjunkturbefragung ein Warnsignal ab und senkten ihre Erwartungen deutlich. Dieser Negativtrend wird in der aktuellen Umfrage gestoppt. Die Stimmung bei den Betrieben aus Kronach hellt sich deutlich auf. Die aktuelle Geschäftslage bleibt gut und die Prognose für die kommenden Monate schwenkt vom Negativen ins Positive. „Die Kronacher Unternehmen können sich behaupten und gewinnen ihren Optimismus zurück. Das zeigt, dass einzelne negative Firmennachrichten nichts über die allgemeine wirtschaftliche Situation am Standort aussagen“, betont der Vorsitzende des IHK-Gremiums Kronach, IHK-Vizepräsident Hans Rebhan. Der IHK-Konjunkturklimaindex für den Landkreis Kronach springt um 15 Punkte nach ober und liegt nun bei 125 Zählern.
Der Wirtschaftsstandort Kronach ist derzeit stark. Das bestätigen die befragten Unternehmerinnen und Unternehmer mit einer positiven Beurteilung ihrer aktuellen Geschäftslage. 54 Prozent der Betriebe stufen ihre Situation gut ein, weitere 40 Prozent befriedigend und nur sechs Prozent nenne ihre aktuelle Lage schlecht. „Die aktuellen Probleme können wir nicht ignorieren. International aufgestellte Unternehmen beobachten den Handelskonflikt zwischen den USA und China mit Sorge, viele Automobilzulieferbetriebe müssen auf Grund der herrschenden Verunsicherungen in der Autobranche ihre Planungen anpassen. Noch aber ist die heimische Wirtschaft robust“, so der Vizepräsident.
Auch die Angaben zur Kapazitätsauslastung können ihr hohes Niveau halten. Aufmerksam muss man hingegen die Entwicklung bei den Auftragseingängen beobachten, die – wie in vielen Regionen des Kammerbezirks – in den letzten Monaten rückläufig waren. Sollte sich dies verstetigen, wird sich die Konjunktur über kurz oder lang abkühlen, weil sinkende Aufträge langfristig sinkende Umsätze zur Folge haben können.

Blick nach vorne klart sich auf

Die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung in den anstehenden zwölf Monaten werden von den Betrieben im Landkreis Kronach verhalten optimistisch eingeschätzt. 27 Prozent der Firmen rechnen mit einer sich verbessernden Geschäftslage, 21 Prozent gehen von schlechteren Geschäften aus. Die restlichen 52 Prozent der befragten Unternehmen prognostizieren eine gleichbleibende Geschäftslage. Das ist im Ergebnis zwar nur ein leichtes Plus, doch noch zum Jahreswechsel war der Blick in die Zukunft mehrheitlich pessimistisch. Die Zukunft wird zeigen, ob die Januar-Einschätzung eine Delle war oder der erste Schritt zu einem dauerhaften Trend. „Aktuell rechnet die Kronacher Wirtschaft damit, auch künftig die eigene Position am Markt behaupten zu können. Das stimmt bei den teilweise verunsichernden Wirtschaftsmeldungen positiv“, so der IHK-Vizepräsident, der allerdings darauf verweist, dass die aktuelle Loewe-Krise ist in dieser Auswertung noch nicht berücksichtigt werden konnte, aber natürlich auf die Stimmung in der Region drückt.
Doch auch ein Blick auf die Investitionsneigung lässt darauf hoffen, dass die Wirtschaft am Standort Kronach weiter wächst. Weiterhin planen mehr Firmen mit einer Steigerung ihrer Investitionen im Inland als mit einer Senkung. Der Großteil plant, das eigene Investitionsniveau zu halten. 72 Prozent der Befragten planen mit steigenden oder zumindest gleich bleibenden Inlandsinvestitionen. Auffällig ist, dass im Vergleich zur Neujahrsumfrage der Anteil der Unternehmen, die keine Investitionen planen, deutlich gesunken ist. Vorsichtiger sind die Unternehmen aus Stadt und Landkreis Kronach hingegen bei der Planung des Beschäftigtenstandes. Hier ist in den kommenden Monaten wohl eher mit einer konstanten als einer steigenden Mitarbeiterzahl zu rechnen. „Die Kronacher Unternehmen investieren auch weiterhin vor Ort und wollen den hohen Beschäftigtenstand halten. Bei dem aktuell schwierigen Wirtschaftsumfeld sind das nicht die schlechtesten Neuigkeiten. Hoffen wir darauf, dass die Rahmenbedingungen beherrschbar bleiben und sich aktuelle Konfliktthemen auflösen“ so der Kronacher Gremiumsvorsitzende.
Laut Rebhan seien auch die Anstrengungen der Bayerischen Staatsregierung zu begrüßen, die den Standort Kronach durch nachhaltige Investitionen stärken will. Als Beispiele nennt er den Neubau der Finanzfachhochschule des Freistaats Bayern, die Zusage zur Schaffung eines „Lucas-Cranach-Campus“ sowie das Innovationszentrum Kronach (IZK) mit dem Campus für Innovationsdesign (CIK).