28.05.2019

Stabile Wirtschaftslage im Sechsämterland

Die Lage in den Unternehmen ist stabil, der Blick in die Zukunft bleibt optimistisch

Die Unternehmen aus dem Landkreis Wunsiedel berichten in der aktuellen Konjunkturumfrage vornehmlich von einer stabilen konjunkturellen Lage. Die aktuelle Geschäftslage verbessert sich im Vergleich zur vorherigen Umfrage leicht. Die Zukunftserwartungen schwächen sich auf hohem Niveau etwas ab, bleiben aber weiterhin die optimistischsten im gesamten Kammerbezirk. Der Konjunkturklimaindex für den Landkreis Wunsiedel bleibt unverändert bei 123 Zählern. „Die Unternehmen geben insgesamt ein optimistisches Statement ab. Das ist bemerkenswert, weil viele Prognosen zur konjunkturellen Entwicklung in Deutschland ja zuletzt deutlich schlechter ausgefallen sind. Es zeigt sich: die Wirtschaft im Fichtelgebirge steht auf einem soliden Fundament“, so die Vorsitzende des IHK-Gremiums Marktredwitz-Selb, IHK-Vizepräsidentin Dr. Laura Krainz-Leupoldt.
Aktuell laufen die Geschäfte im Wirtschaftsraum Wunsiedel meist gut oder zumindest zufriedenstellend. 42 Prozent aller befragten Firmen sind mit ihrer derzeitigen Geschäftslage zufrieden und stufen diese als gut ein. Weitere 45 Prozent beurteilen die betriebliche Situation befriedigend, 13 Prozent sprechen von einer schlechten Lage. Im Saldo verbessert sich damit die Geschäftslage im Vergleich zum Jahreswechsel noch einmal leicht. Stabil sind auch die Auftragseingänge der befragten Betriebe im Inlands- und auch im Auslandsgeschäft. Andernorts in Oberfranken sind zum Teil kräftige Auftragsrückgänge, vor allem aus dem Ausland, zu verzeichnen. „Gerade in einer Phase der konjunkturellen Abkühlung müssen unsere Unternehmen die Bedürfnisse ihrer Kunden im Blick haben, um auf Veränderungen schnell reagieren zu können. Die Wirtschaft im Landkreis Wunsiedel ist hier offenbar gut aufgestellt.
Trotz der allgemein guten Werte muss man auf die schwierige Lage bei vielen Produzenten der Kfz-Industrie hinweisen, die auch auf die heimischen Zulieferbetriebe durchschlagen kann“, so Dr. Krainz-Leupoldt.

Optimistischer Blick nach vorne

Nicht nur die aktuelle Lage ist gut, die Unternehmerinnen und Unternehmer aus dem Landkreis Wunsiedel blicken auch zuversichtlich und selbstbewusst in die Zukunft. Im Rahmen der Konjunkturumfrage geben sie im Saldo eine optimistische Erwartungshaltung an. Ein Viertel aller Befragten rechnet für die nächsten zwölf Monate mit einer sich verbessernden Geschäftslage. Eine schlechtere betriebliche Situation prognostizieren hingegen nur sieben Prozent. 68 Prozent gehen nicht von einer nennenswerten Veränderung der Geschäftslage aus. „Die Erwartungen unserer Unternehmen sind auch im Frühjahr positiv und auch die Auftragseingänge sollen wieder anziehen“, betont die IHK-Vizepräsidentin. Das gilt vor allem für das Inlandsgeschäft, bei dem die Firmen im Saldo von wachsenden Auftragsvolumen in der nächsten Zeit ausgehen.
Die positive Stimmung schlägt sich auch bei den Investitionsplanungen nieder. Geht es nach den befragten Firmenlenkern wird sich das Investitionsniveau im Gremiumsbezirk Marktredwitz-Selb in den nächsten Monaten deutlich erhöhen. 64 Prozent der Befragten planen mit steigenden oder zumindest gleich bleibenden Inlandsinvestitionen. Auch der Blick auf die erwartete Beschäftigtenentwicklung lässt die Stärke des Wirtschaftsraumes erkennen: Geht es nach den befragten Unternehmen, wird die Zahl der Mitarbeiter auch in den nächsten zwölf Monaten deutlich zulegen. „Die Wirtschaft investiert seit Jahren stetig in ihre Standorte und schafft Arbeitsplätze und damit Wohlstand in der Region. Das kann sie aber nur tun, wenn die Rahmenbedingungen passen“, so die Vorsitzende des IHK-Gremiums Marktredwitz-Selb, die von der deutschen Politik eine nachhaltige und strategische Wirtschafts- und Industriepolitik einfordert, „die die herrschende Verunsicherung insbesondere um die Leitindustrie Automobil auflöst und Innovationsanreize schafft“. Zudem müsse man einen aktiven Beitrag zur Lösung internationaler Handelskonflikte leisten.
Laut Dr. Krainz-Leupoldt seien auch die Anstrengungen der Bayerischen Staatsregierung zu begrüßen, die den Standort Wunsiedel durch nachhaltige Investitionen gestärkt hat. Als Beispiel nennt sie die Förderoffensive Nordostbayern und das Europäische Zentrum für Dispersionstechnologien (EZD) am Standort Selb. Unterstützung erhoffe man sich nun auch für die Schaffung eines eigenständigen Hochschulcampus im Landkreis Wunsiedel.