28.05.2019

Kulmbacher Wirtschaft hält hohes Niveau

Die aktuelle Lage ist gut, der Blick in die Zukunft bleibt optimistisch

Die Unternehmen aus Stadt und Landkreis Kulmbach geben in der Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth auf vielen Ebenen ein dynamisches Bild wieder und können sich vom kammerweit rückläufigen Trend sinkender Auftragsvolumen entkoppeln. Dabei fallen vor allem die Rückmeldungen zur aktuellen Geschäftslage positiv auf, die sehr optimistisch eingestuft wird. Die Erwartungen an die kommenden zwölf Monate bleiben ebenfalls deutlich im positiven Bereich, geben jedoch etwas nach. Der Konjunkturklimaindex für Kulmbach hält zum Frühsommer sein hohes Niveau von 130 Zählern. „Die Kulmbacher Wirtschaft bleibt weiter voll in der Spur. Unsere Unternehmen haben ihre Märkte im Griff und sind für die Herausforderungen der Zukunft gut aufgestellt“, freut sich der Vorsitzende des IHK-Gremiums Kulmbach, IHK-Vizepräsident Michael Möschel.
Die Unternehmen sind zufrieden mit der derzeitigen Situation des eigenen Betriebes und setzen bei der Beurteilung der aktuellen Geschäftslage ein starkes Zeichen. 51 Prozent aller Befragten stufen die betriebliche Situation gut ein, weitere 47 Prozent bewerten die Lage des eigenen Betriebes befriedigend. Nur zwei Prozent nennen ihre Geschäftslage schlecht. „Das ist ein deutliches Statement und ein Signal der Stärke. Auch wenn das Umfeld schwieriger wird, kann man in der aktuellen Lage nahezu in allen Branchen solide bis gute Geschäfte machen“, freut sich Möschel. Ein Grund für die aktuell gute Einschätzung ist die im Saldo positive Entwicklung der Auftragsvolumen. Sowohl national als auch international berichten mehr Firmen von steigenden als von sinkenden Auftragsvolumen – gegen den Trend in Oberfranken. Dies führt auch zu einem hohen Auslastungsgrad der Kulmbacher Unternehmen.

Keine Änderung der Großwetterlage in Sicht

Geht es nach den Firmen im Wirtschaftsraum Kulmbach entwickelt sich die konjunkturelle Lage auch in den anstehenden zwölf Monaten weiter positiv. Ein Viertel der befragten Firmenlenker rechnet mit einer sich verbessernden Geschäftslage. Demgegenüber stehen zwölf Prozent der Betriebe, die eine Verschlechterung der betrieblichen Situation befürchten. 63 Prozent erwarten keine nennenswerte Veränderung der eigenen Geschäftslage. Die Beurteilung basiert auf ebenfalls optimistischen Einschätzungen zur kommenden Entwicklung der Auftragsvolumen, die im Saldo weiter zulegen sollen. „Natürlich beobachten auch wir Kulmbacher Unternehmer die aktuelle Entwicklung in der Weltpolitik und im internationalen Handel mit zunehmender Sorge. Doch auch wenn Trump, die Diesel-Affäre oder der Nahostkonflikt die Nachrichten beherrschen, die heimische Wirtschaft bleibt vor allem auf ihre Märkte, auf Kunden und Lieferanten fokussiert“, bewertet Möschel die Prognose.
Und auch die Investitions- und Beschäftigtenplanungen folgen der Spur der vorsichtigen Zuversicht, wenn auch in den Nuancen unterschiedlich. Etwas verhaltener soll sich das künftige Investitionsniveau entwickeln, ohne dabei seinen positiven Trend zu verlieren. 64 Prozent der Befragten planen mit steigenden oder zumindest gleich bleibenden Inlandsinvestitionen. Der Blick auf die Beschäftigtenplanung der Kulmbacher Unternehmen lässt einen starken Zuwachs der Mitarbeiterzahlen in der Region Kulmbach für die nächsten zwölf Monate erwarten. „Die Kulmbacher Unternehmen investieren seit Jahren in ihre Standort vor Ort. Daran wird sich auch künftig nichts ändern. Und sie würden gerne auch in neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter investieren. Die Frage ist nur, ob die offenen Stellen auch mit den entsprechend ausgebildeten Fachkräften besetzt werden können“, so der Vorsitzende des IHK-Gremiums Kulmbach. Laut Möschel seien auch die Anstrengungen der Bayerischen Staatsregierung zu begrüßen, die den Standort Kulmbach durch nachhaltige Investitionen stärken will. Als Beispiele nennt er die Förderoffensive Nordostbayern sowie „die Jahrhundertentscheidung der Staatsregierung, in Kulmbach für die VII. Fakultät der Universität Bayreuth einen Campus für Lebenswissenschaften zu errichten“.