20.02.2020

Für Kronacher Wirtschaft läuft es gut

IHK: Unternehmen beurteilen weitere Entwicklung aber sehr zurückhaltend

Die aktuelle Geschäftslage im Landkreis Kronach hat sich – so die aktuelle Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth – spürbar verbessert, die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate allerdings weiter verschlechtert.
Der IHK-Konjunkturklimaindex steigt aufgrund der verbesserten Einschätzung der Geschäftslage um 3 Punkte und liegt bei weiterhin verhaltenen 108 Zählern. Nur im Landkreis Lichtenfels liegt der Indexwert noch niedriger.

Mit aktueller Geschäftslage sehr zufrieden

Nach der derzeitigen Geschäftslage des eigenen Unternehmens gefragt, geben die Befragten im Gesamtergebnis eine positive und robuste Rückmeldung. Mit 52 Prozent stufen mehr als die Hälfte aller befragten Betriebe die gegenwärtige Geschäftssituation positiv ein. Weitere 38 Prozent beurteilen die Lage als befriedigend, unzufrieden sind nur zehn Prozent. Nur in der Region Bayreuth beurteilen die Unternehmer die aktuelle Lage besser.
"Damit hat sich die Einschätzung der Geschäftslage im Vergleich zur Herbstumfrage des letzten Jahres deutlich aufgehellt", so Hans Rebhan, Vizepräsident der IHK für Oberfranken Bayreuth und Vorsitzender des IHK-Gremiums Kronach. Seinerzeit bewerteten nur 44 Prozent die aktuelle Geschäftslage positiv, 16 Prozent negativ.

Der Trend zeigt nach unten

Von Zurückhaltung geprägt sind dagegen die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden zwölf Monate. Im Vergleich zum Herbst haben sich die Erwartungen weiter abgeschwächt.
Knapp ein Drittel aller Befragten (31 Prozent) rechnet mit einer Verschlechterung der Geschäftslage, nur noch zwölf Prozent mit einem Aufwärtstrend. Einen im Saldo so stark ausgeprägten negativen Erwartungshorizont hat es im Kronacher Raum zuletzt vor über zehn Jahren gegeben. Nur im Landkreis Lichtenfels fällt die Prognose noch schwächer aus.
"Der Wirtschaftsraum Kronach ist stark aufgestellt, viele Unternehmen machen aktuell gute Geschäfte. Mit dem Lucas-Cranach-Campus und der Finanzhochschule  wurden zuletzt wichtige Weichen gestellt, die den Standort Kronach mittelfristig spürbar nach vorne bringen werden. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es aktuell zunehmend mehr Betriebe gibt, die mit Sorgen auf die anstehenden Herausforderungen schauen und damit rechnen, dass die kommenden Monate eine Verschlechterung der Geschäftslage mit sich bringen", fasst Rebhan zusammen.
Den Prognosen zur Entwicklung der Geschäftslage schließen sich die Antworten für Investitionen und Beschäftigtenentwicklung an. 2020 wollen spürbar weniger Unternehmen investieren als zuletzt, auch die Anzahl der Beschäftigten wird sich nach Einschätzung der befragten Betriebe leicht rückläufig entwickeln.

Hohe Stromkosten setzen Standort zu

Rebhan kritisiert die zusehends industriefeindliche Politik in Deutschland. Extrem hohe und im internationalen Vergleich kaum konkurrenzfähige Stromkosten und eine immer schlechter werdende Versorgungssicherheit beim Strom setzen vor allem energieintensiven Industriebranchen zu. "Deutschland leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, gleichzeitig müssen wir aber darauf achten, dass wir eine starke Industrieregion bleiben", so der IHK-Vizepräsident. "Wenn die Industrie aus Kostengründen abwandert, ist niemanden geholfen, weder dem Klima, noch den Arbeitnehmern, noch dem Staat, dem dann wichtige Steuereinnahmen entgehen."