20.02.2020

Konjunkturlage im Raum Hof verbessert sich leicht

Für 2020 rechnet die IHK mit einer Seitwärtsbewegung

Nach der deutlichen konjunkturellen Abkühlung in Stadt und Landkreis Hof im Herbst vergangenen Jahres, melden die Betriebe zu Jahresbeginn in der Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth eine Stabilisierung.
Die Einschätzungen der Unternehmen zur aktuellen Geschäftslage legen etwas zu, der Saldo liegt deutlich im positiven Bereich. Auch die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate hellen sich geringfügig auf, bleiben aber im Saldo negativ. Der IHK-Konjunkturklimaindex klettert um sechs Punkte auf nun 114 Zähler, damit liegt das IHK-Gremium Hof im oberfränkischen Mittelfeld. "Die Hofer Wirtschaft kann sich weiterhin relativ gut behaupten und berichtet vornehmlich von einer zufriedenstellenden Geschäftslage. Sorge bereitet hingegen vielen der Blick auf die geschäftliche Entwicklung in diesem Jahr", fasst Dr. Heinrich Strunz, Vizepräsident der IHK für Oberfranken Bayreuth und Vorsitzender des IHK-Gremiums Hof, die Ergebnisse zusammen.

Aktuelle Geschäftslage stabilisiert sich spürbar

Im Vergleich zur Herbstumfrage macht die Region deutlich Boden gut. 46 Prozent der Befragten stufen die eigene Geschäftslage positiv ein, hinzukommen weitere 43 Prozent, mit einer zumindest befriedigenden Bewertung. "Das zeigt, wie robust unsere mittelständische Unternehmen aufgestellt sind", so Strunz. Gestützt wird dieser positive Grundtenor der vor allem durch das gestiegene Auftragsvolumen im Inland. Die Exporte sind dagegen etwas ins Stocken geraten. Strunz macht sich vor diesem Hintergrund für einen freien Welthandel stark: "Bei Handelskriegen verlieren am Ende alle."
Ein Viertel aller Befragten rechnet mit einer Verschlechterung der unternehmerischen Lage in den kommenden zwölf Monaten, 21 Prozent erwarten eine Verbesserung. Die restlichen Unternehmen rechnen mit einer stabilen Entwicklung. Insgesamt kann man im Wirtschaftsraum Hof eher von einer konjunkturellen Seitwärtsbewegung, als von einem Auf- oder Abschwung im Jahr 2020 ausgehen.

Unternehmen stehen vor enormen Herausforderungen

Dies darf natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass ein Viertel der Unternehmen mit einer Verschlechterung der Geschäftslage kalkuliert, so der IHK-Vizepräsident besorgt. "Wir erleben dabei eine zweigeteilte Entwicklung. Während die Industrie – und dort vor allem vor allem die Automobilzulieferer – die weitere Entwicklung zurückhaltend beurteilt, überwiegt im Handels- und Dienstleistungssektor eher der Optimismus." Viele Betriebe stünden vor immensen Herausforderungen, verursacht durch Handelskonflikte und eine1 Nachfrageschwäche im Inland.
Strunz befürchtet aber, dass es sich bei der Stabilisierung der Konjunkturergebnisse nur um eine kurze Atempause handelt, gerade die Automobilindustrie und ihre Zulieferer  bleiben durch die Nachfrageflaute und dem Strukturwandel unter Druck. "Was Deutschland jetzt braucht, ist eine Unterstützung bei der strukturellen Neuausrichtung. Warum nicht Forschung und Entwicklung alternativer Antriebstechnologien großzügig fördern? Warum keine beschleunigten Abschreibungen erlauben?"

Aufwärtstrend bei Investitionen und Beschäftigung erwartet

Auch bei den geplanten Inlandsinvestitionen und der geplanten Beschäftigtenentwicklung ist bei den befragten Betrieben im Jahr 2020 eher von einer Seitwärtsbewegung auszugehen. Das Investitionsniveau und der geplante Beschäftigtenstand soll nach Angaben der befragten Hofer Wirtschaft im Saldo leicht zulegen. Nur im Raum Bayreuth sind die Unternehmen optimistischer, was die erwartete Beschäftigtenentwicklung angeht. Das sah bei der Konjunkturbefragung im Herbst 2019 noch anders aus.