05.11.2019

Stabile Wirtschaftslage im IHK-Gremium Marktredwitz-Selb

Wirtschaft für 2020 vorsichtig optimistisch

Die Wirtschaft im IHK-Gremium Marktredwitz-Selb ist geprägt durch eine robuste aktuelle Geschäftslage und einem vorsichtigen Optimismus für 2020, so die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken Bayreuth. "Die Unternehmen in der Region Marktredwitz-Selb spüren das rauer gewordene konjunkturelle Klima, können sich im Gesamtergebnis aber noch recht gut behaupten", so Dr. Laura Krainz-Leupoldt, IHK-Vizepräsidentin und Vorsitzende des IHK-Gremiums Marktredwitz-Selb.
Beide Werte – aktuelle Geschäftslage und Erwartungen – folgen dem Trend der generellen Eintrübung und werden zurückhaltender als in den vorangegangenen IHK-Konjunkturumfragen beurteilt. Der Konjunkturklimaindex für die Region Marktredwitz-Selb gibt um sieben Punkte nach und liegt nun bei 116 Zählern – dem niedrigsten Wert seit über sechs Jahren. Auffallend ist, dass die Unternehmen aus dem Landkreis Wunsiedel die aktuelle Geschäftslage so zurückhaltend beurteilen, wie keine andere oberfränkische Teilregion, dafür aber am optimistischsten auf das Jahr 2020 blicken.

Auftragsentwicklung und Auslastung rückläufig

Die aktuelle Geschäftslage in der Wirtschaftsregion Fichtelgebirge wird von den befragten Unternehmerinnen und Unternehmern verhalten bis leicht optimistisch beurteilt, sinkt jedoch auf den niedrigsten Wert seit dem Jahr 2013. 36 Prozent der Unternehmen stufen ihre Geschäftslage positiv ein, unzufrieden sind 15 Prozent. Die Zeiten, in denen über die Hälfte der Befragten von einer guten Geschäftslage berichtet haben, scheinen vorerst vorbei zu sein. "Die Wirtschaftsentwicklung in Marktredwitz-Selb hat sich auf einem stabilen Niveau eingependelt", so die Vizepräsidentin. Dies verdeutlichen auch die im Saldo rückläufige Umsatz- und Auftragsentwicklung und eine sinkende Kapazitätsauslastung, bei der mittlerweile ein Viertel der Befragten von einer zu geringen Auslastung berichtet.

Blick nach vorne mit positivem Grundton

Die Wirtschaft aus dem Fichtelgebirge blickt im Saldo verhalten optimistisch auf das Jahr 2020. Ein Viertel der Befragten rechnet sich für die anstehenden zwölf Monate Wachstumschancen aus, 15 Prozent kalkulieren mit einer Verschlechterung. Damit bleiben die Erwartungen im Saldo leicht positiv, derzeit zusammen mit dem IHK-Gremium Bayreuth ein Alleinstellungsmerkmal im Kammerbezirk der IHK für Oberfranken Bayreuth. "Im Gesamtergebnis sind das erfreuliche Erwartungen. Freilich ist diese Einschätzung auch stark von der Branche abhängig", so die Vizepräsidentin. So bekommt vor allem die Industrie den Handelsstreit der USA mit China und der EU ebenso zu spüren wie die Unsicherheit beim Brexit.

Beschäftigung soll weiter steigen

Dass für 2020 vorsichtiger Optimismus überwiegt, zeigt sich vor allem daran, dass die Unternehmen mehr investieren, aber auch Neueinstellungen vornehmen wollen. Ein knappes Drittel der befragten Firmenlenker will die Investitionen vor Ort erhöhen, nur 13 Prozent will weniger investieren. "Unsere Unternehmen wollen ihre Standorte vor Ort stärken. Gute Nachrichten für unseren Wirtschaftsraum", freut sich die Vizepräsidentin. Auch wollen die Unternehmen ihren Personalbestand weiter aufstocken. Damit entkoppelt sich der Wirtschaftsraum vom kammerweiten Trend, wo die Unternehmen im Saldo mit einer gleichbleibenden bis leicht rückläufigen Beschäftigtenentwicklung rechnen.
"Leider hat die gute Konjunktur der vergangenen 10 Jahre auch etwas blind gemacht vor den Herausforderungen. Schließlich hatte der Wirtschaftsstandort Deutschland lange Zeit einen sehr guten Lauf", so Krainz-Leupoldt. Nun gelte es aber, die Weichen für die Zukunft zu stellen. "Hier ist auch die Politik gefragt. Kräftige staatliche Investitionen würden die Konjunktur mittelfristig ankurbeln, Steuererleichterungen oder schnellere Abschreibungen auf Investitionen sogar kurzfristig."