20.02.2020

Rückenwind für Kulmbacher Wirtschaft

IHK-Konjunkturbefragung: Unternehmen trotzen schlechten Rahmenbedingungen

Die Wirtschaft aus Stadt und Landkreis Kulmbach startet mit frischem Rückenwind in das Jahr 2020. Der Konjunkturklimaindex der IHK für Oberfranken Bayreuth steigt um acht Punkte auf jetzt 119 Zähler. Damit verzeichnet das IHK-Gremium Kulmbach gegenüber Herbst 2019 den stärksten Aufwärtstrend.
"Die Kulmbacher Wirtschaft nimmt wieder Fahrt auf. Eine konstante und im Saldo deutlich positive Beurteilung der Geschäftslage und mehr Optimismus bei den Erwartungen sind ein guter Start ins Jahr 2020", so Michael Möschel, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums Kulmbach.
Die Unternehmen im Wirtschaftsraum Kulmbach sind im Großen und Ganzen mit ihrer derzeitigen Lage zufrieden. Gegenüber der Herbstumfrage 2019 bleiben die Einschätzungen weitgehend unverändert. 43 Prozent aller befragten Unternehmerinnen und Unternehmer stufen die aktuelle Geschäftslage des eigenen Unternehmens positiv ein, weitere 46 Prozent werten die Situation befriedigend. Nur elf Prozent sind mit der Geschäftslage unzufrieden. Gestützt wird diese positive Einschätzung durch die positive Binnenkonjunktur. "Das ist ein im Saldo spürbar positives Ergebnis. Wichtig ist vor allem, dass sich die Einschätzung nach dem deutlichen Minus im Herbst wieder stabilisiert hat, was vor allem auf die Entwicklung des Auftragsvolumens zurückzuführen ist", so Möschel.

Kulmbacher Wirtschaft oberfrankenweit am optimistischsten

Die Prognose der befragten Kulmbacher Betriebe für die kommenden zwölf Monate fällt deutlich positiver als in der Herbstumfrage aus und steht oberfrankenweit an der Spitze. 26 Prozent der Unternehmen rechnen in diesem Jahr mit einer Verbesserung der Geschäftslage. Eine Verschlechterung kalkulieren hingegen 19 Prozent ein. Auffallend ist, dass neben dem positiv gestimmten Ergebnis zur weiteren Entwicklung der Geschäftslage auch die Einschätzungen zur Entwicklung der Auftragsvolumen deutlich ansteigen und wieder positiv ausfallen. Die Kulmbacher Unternehmen rechnen dabei sowohl im Inland, als auch im Ausland mit einem Aufwärtstrend. Möschel: "Die Kulmbacher Wirtschaft schaut im Gesamtergebnis positiv gestimmt auf dieses Jahr und die anstehenden Herausforderungen. Dabei verlieren die Unternehmen die aktuellen Risiken allerdings nicht aus dem Blick." Möschel nennt hier die neue Abschottungspolitik der USA, den Brexit und die Konjunkturflaute in China, die durch das Corona-Virus stark befeuert wird.

Wirtschaft will Investitionsniveau hoch halten

Im Windschatten der positiven Prognosen bleiben auch die Investitionsplanungen der Kulmbacher Wirtschaft im Saldo hoch. In der Summe rechnen die Unternehmen mit steigenden Investitionen. Vorsichtiger sind die Planungen bei der Personalentwicklung. Hier kalkuliert die Wirtschaft aus Kulmbach eher mit einer schwarzen Null.
"Der Aufschwung hat vielleicht etwas zu lange gedauert, eine gewisse Schwerfälligkeit in Politik, Verwaltung und teilweise auch in der Wirtschaft hat sich breit gemacht. Will Deutschland nicht zum kranken Mann Europas werden, brauchen wir auch von der Bundespolitik positive Signale, was bei Rekordsteuereinnahmen, annähernd Vollbeschäftigung und Rekordzahlungen der Arbeitnehmer in die Sozialsysteme selbstverständlich sein sollte", fordert Möschel. Er nennt den Ausbau der digitalen Infrastruktur, eine bessere Förderung und Abschreibung bei Innovationen oder mehr Preis- und Versorgungssicherheit beim Strom.